Waldkraiburger Wochenschau

Keine Zeit für Langeweile

von Redaktion

Keine Zeit für Langeweile – das gilt seit vielen Jahren für das Ferienprogramm der Stadt Waldkraiburg und vieler anderer Gemeinden im Landkreis. Immer wieder lassen sich die Veranstalter neue, spannende Aktionen und Angebote für Kinder und Jugendliche einfallen. Dazu zählt heuer in Waldkraiburg die Nacht mit dem Bürgermeister im Rathaus.

Schnitzeljagd durch alle Etagen, großes Kino im Sitzungssaal, kurzer und harter Schlaf auf Isomatte und Luftmatratze. Fehlten eigentlich nur noch Gruselgeschichten, ein paar Haushaltszahlen aus der Kämmerei zum Beispiel.

Keine Zeit für Langeweile – das Motto trifft vermutlich auch das Ferienrätsel dieser Zeitung. Es soll Ratefüchse unter den Leserinnen und Lesern geben, die keine Baugeschichte auslassen. Selbst wenn sie die gesuchte Lösung schon geknackt haben. Und davon gibt es tatsächlich eine ganze Reihe, wie die ersten Einsendungen beweisen. Sechs Tage ist noch Zeit, um es ihnen gleich zu tun.

Keine Zeit für Langeweile – jedenfalls nicht in dieser Ferienwoche, der es an Diskussionsstoff und Nachrichten nicht fehlte, auch solchen, die wir gar nicht lesen wollen: Wieder ein Konflikt in der Erstaufnahmeeinrichtung, der eskaliert. Die schlimmen Ausschreitungen im Juni scheinen nachzuwirken. Die Situation im Haus bleibt angespannt. Eine Hoffnung ist, dass die bevorstehende Erweiterung der Aufenthaltsflächen, der zugesagte Bolzplatz, der Ausbau der gemeinnützigen Arbeitsmöglichkeiten helfen, zur Entspannung der Lage beitragen kann.

Integrationsarbeit, Orientierung für Flüchtlinge, Unterstützung für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer – davon kann es nicht genug geben. Dass im ehemaligen Pfarrhaus von Maria Schutz ein eigener Stützpunkt der Caritas dafür entstehen soll, ist eine gute Nachricht.

So wie die Tatsache, dass der Beschluss des Ferienausschusses, für den Neubau eines Freibads Mittel aus einem Förderprogramm des Bundes zu beantragen, einstimmig gefallen ist. So verständlich es ist, dass die Befürworter der Waldbad-Sanierung gerne zweigleisig bei der Bewerbung gefahren wären. Sie hadern noch immer mit dem knappen Ratsbeschluss und dem ebenso knappen Verfehlen des Quorums beim Bürgerentscheid.

Langweilig war diese Sitzung jedenfalls nicht. Das zeigt auch die ungewöhnlich große Zahl von Zuhörern. So viele haben sich vermutlich noch nicht oft in der Ferienzeit in den Sitzungssaal verirrt.

Wie verfahren die Situation in der Badfrage noch immer ist, unterstreicht eine Wortmeldung des UWG-Fraktionsvorsitzenden Frieder Vielsack. An seiner Einschätzung, den Konflikt werde man ohne eine alternative Detailplanung nie aus der Welt kriegen, ist schon was dran. Doch das kann sich erstens die Stadt nicht leisten, wird zweitens auch kein Sponsor zahlen. Und drittens ist lange nicht ausgemacht, das es dann kein Sperrfeuer mehr geben würde.

Insofern war der einstimmige Beschluss im Ferienausschuss ein Schritt nach vorne. Das Signal: Niemand im Rat will die Chance auf öffentliche Zuschüsse leichtfertig in den Wind schlagen. So weit geht der Konsens, jedenfalls bei den verantwortlichen Kommunalpolitikern, also doch. Andernfalls hätte sich irgendwann die Frage gestellt, wie handlungsfähig man überhaupt noch ist. Nach einem demokratischen Verfahren, einem Ratsbeschluss und einem Bürgerentscheid, so knapp sie auch ausgefallen sein mögen. Ja, es gibt noch offene Fragen. Doch jetzt muss die Freibad-Variante den Praxis-Test bestehen. Hans Grundner