Aktuelles INterview mit Pfarrer Simon STritar

Männer, Kirche, Gott und die Welt

von Redaktion

Männer, vor allem junge Männer und Kirche – das ist ein Thema für sich. Im Sonntagsgottesdienst sind sie nicht gerade zahlreich vertreten. Wie könnte Kirche mit Männern ins Gespräch kommen? Der evangelische Pfarrer Simon Stritar hat eine Antwort: Er verlegt die Kirche kurzerhand in die Kneipe. Bei einem Gläschen Bier lässt sich gut über Gott und die Welt reden, findet er.

„Kirche in der Kneipe“? Was kann man sich darunter vorstellen? Wie laufen diese Treffen ab?

In der Kneipe bei einem Bier oder einem anderen Getränk in lockerer Atmosphäre mit anderen Männern über Gott und die Welt ins Gespräch kommen – darum geht es bei Kirche in der Kneipe. Jeder darf kommen mit seinen Zweifeln, seinen Fragen, seinen Erfahrungen und seinen Gewissheiten und diese einbringen. Das gilt auch für mich als Pfarrer.

„Ich gehe nicht in Talar oder im Collarhemd dahin.“

Ich gehe nicht in Talar oder im Collarhemd dahin. Die Themen ergeben sich spontan. Es soll jedesmal eine offene, einladende Runde sein. An dieser Stelle sei gesagt, dass es kein Freibier gibt. Die Getränke sind nicht umsonst, wohl aber die guten Gespräche! Es ist ein Männertreff einfach deshalb, weil man sich rein unter Männern anders und unverstellter unterhält als vielleicht sonst. Bei den Damen ist es ganz genau so.

Wie sind Sie auf das Projekt gekommen?

Ich habe mitbekommen, dass dieses Projekt in der evangelischen Gemeinde in Traunreut mit Erfolg läuft. So habe ich meinen Kollegen, den Traunreuter Pfarrer Stefan Hradetzky, gefragt, ob ich das „klauen“ darf. Und er hat gesagt: Mach das unbedingt!

Welches Ziel haben Sie sich gesteckt?

Die Kirche bietet gute Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren oder es sind zumindest Angebote da. Für die Generation aber zwischen 25 und 60 Jahren gibt es kaum Angebote, neben dem Sonntagsgottesdienst natürlich, in dem diese Generation aber auch nur spärlich vertreten ist. „Kirche in der Kneipe“ will da ein weiteres Angebot schaffen. Es geht darum, das eigene Biotop zu verlassen und dahin zu gehen, wo die Menschen sind. Männer sitzen gerne in der Kneipe bei einem kühlen Bier. Das Bier zu Hause schmeckt nicht so gut, wie in der Wirtschaft zusammen mit anderen, das ist einfach so. So zeigt sich die Kirche auch präsent im Leben der Menschen. Vielleicht denken sich dann auch diejenigen, die nicht so viel mit Kirche am Hut haben, die Leute, die da zum Gottesdienst gehen, oder die, die sie halten, sind ja eigentlich ganz normal, Menschen wie ich und du. Vielleicht gehe ich auch mal hin…

Welche Erfahrungen gibt es? Welche Erwartungen haben Sie?

Für unsere Gemeinde und mich wird das ein Pilotprojekt. Ich bin gespannt, was passiert. Ich hoffe natürlich, dass viel passiert, und ich freue mich schon.

Noch bevor ich die Werbeaktion gestartet habe, haben mir schon manche gesagt, dass sie sich schon den Termin fürs erste Treffen in den Kalender geschrieben haben. Find ich toll!

„Kirche in der Kneipe“: Treffen am 27. September

„Kirche in der Kneipe“ soll jeden letzten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr stattfinden. Das erste Treffen ist am Donnerstag, 27. September, um 19.30 Uhr im Café Chablis.

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