Die unzerstörbare Wirtin

von Redaktion

Vor sieben Wochen hat sie sich ihren Knöchel und ihr Sprunggelenk gebrochen. Jetzt steht sie schon wieder hinterm Herd. Ihre schnelle Genesung verwundert sogar die Ärzte. Karin Pfandlbauer ist ein „schnell heilender Mensch“, wie sie selbst sagt.

Kraiburg – Sie ist einfach so hingefallen. Ihre eigene Diagnose lautete: verstaucht. Kein Grund also, in ein Krankenhaus zu fahren und die Arbeit niederzulegen. Pfandlbauer arbeitete weiter, das ganze Wochenende. „Da muss viel kommen, bis mich was zerstört“. Am Montagmorgen ging es dann doch nicht mehr, die Schmerzen wurden zu groß. Die offizielle Diagnose: Knöchel- und Sprunggelenksbruch. Auch das kann die 59-Jährige nicht lange aufhalten.

Sie ist Wirtin mit Leib und Seele, hat als Quereinsteigerin – wie das in der Gastronomie häufig anzutreffen ist – das „Steakhaus“ in Waldkraiburg gekauft. Vor 35 Jahren, als sie ihren Mann kennenlernte, musste sie sich entscheiden. Denn ihm gehörte die Wuhrmühle. Die Wahl fiel damals auf die Mühle. Zwei Restaurants gleichzeitig zu führen, wäre selbst für die unzerstörbare Wirtin zu anstrengend gewesen. Auch so hat sie schon einen Zehn-bis-Zwölf-Stunden-Tag. Bei Veranstaltungen kann‘s auch mal länger werden. Viele davon musste sie in den vergangenen Wochen absagen, das tut ihr sehr leid. Doch Urlaubszeit und Personalmangel machten eine Öffnung der Wirtschaft unmöglich.

Pfandlbauer ist „Köchin und Mädchen für alles“ – unverzichtbar für die Wuhrmühle. Am Wochenende machte sie wieder auf. Eine Hochzeit stand an. Die wollte sie nicht absagen. „Die haben schon vor Monaten reserviert.“

Allgemein zeigten sich ihre Gäste verständnisvoll. Über Facebook erhielt sie viele Genesungswünsche. „Schon dich, dass du bald wieder kochen kannst.“

Pfandlbauer wollte jedoch keine stationäre Reha. Die macht sie ambulant. „Sonst wäre ich ja noch mal vier Wochen verhindert.“

Zum Operieren musste sie aber doch weg, nach Traunstein. In der Klinik wurden ihre Brüche mit acht Schrauben und einer Platte zusammengeflickt. Ihr Arzt, Prof. Dr. Rupert Ketterl, war begeistert: „So ein schöner glatter Knochen.“ Ohne Gips und Schiene ist sie jetzt wieder auf den Beinen. Nach fünf Wochen konnte sie schon wieder den Fuß belasten.

Eine einzelne Krücke lehnt noch an der Wand, das letzte Anzeichen, dass sie die vergangenen sieben Wochen ausgefallen war, keine lange Zeit für ihren schweren Bruch. Da wunderte sich sogar der erfahrene Professor, wie sie das so schnell geschafft habe.

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