Waldkraiburg – Der Zeitplan wird wohl eingehalten, der Kostenplan eher nicht. Die Entwässerungssituation musste überarbeitet werden und die Sicherung der Betonteile an den Wänden ebenso. Etwa eine Million Euro waren für die Teilsanierung des Altbaus veranschlagt. „Da kommt noch was drauf“, sagte Architekt Herbert Friedl bei der Baustellenbegehung auf Nachfrage der Zeitung.
Wie viel genau, könne er noch nicht sagen, da die Fensterelemente nun günstiger kommen, dafür aber die Befestigungen der Betonteile in den Wänden teurer wird und Betonfundamente zum Teil nachbetoniert werden mussten.
„Das war nicht absehbar. Die Betonwannen an den Lichtschächten im Untergeschoss mussten entfernt werden, damit das Sickerwasser nicht mehr zum Haus laufen kann“, so Friedl.
Gemeinsam mit Bürgermeister Robert Pötzsch, Rektorin Lydia Partsch und Hausmeister Robert Holz begutachtete er den Baufortschritt. Zu Pfingsten liefen die Sanierungsarbeiten an. Am 1. November soll die Maßnahme abgeschlossen sein. „Zu 90 Prozent liegen wir im Zeitplan; wir konnten erst im zweiten Anlauf starten“, so Friedl.
Rektorin Partsch erwähnte, wie wunderbar es funktioniere, dass sich die Gewerke absprechen, sie werde zudem stets gut informiert. Im Sinne der Schule werde Rücksicht auf die Unterrichtszeiten genommen, wenn laute Arbeiten anstehen.
Beschädigte Anker
der Stahlbetonteile
Der sogenannte Altbau, der aus den frühen 70ern stammt, wird energetisch saniert. Pro Klassenzimmer gibt es acht neue Fensterelemente; die bestehenden Betonstützen wurden berücksichtigt.
Die Fassade bekam eine 18 Zentimeter dicke Dämmung und beschichtetes Aluminiumwellblech – eine VHF-Fassade (vorgehängte hinterlüftete Fassade). „Die alte Stahlbetonfassade dahinter enthielt inzwischen verrosteten Stahl. Dadurch wurde die Betonplattenkonstruktion locker und wir brauchten mehrere Hundert tiefere Dübel zur Befestigung“, erläuterte Friedl. Die längeren Dübel waren nicht in der Ausschreibung berücksichtigt. Ein Statiker habe die Fassaden beprobt, die Halterungen und Anker waren beschädigt. Die einzelnen Fassenplatten bleiben austauschbar, falls es irgendwann nötig wäre, erfuhr Hausmeister Holz auf Nachfrage.
Die Aluwand schützt nun die alte Fassade vor der Witterung und weiterer Carbonatisierung. Das gewellte Alu ist pflegeleicht; alle 15 Jahre mit dem Dampfstrahler säubern, reiche aus. Es sei stabil.
„Alu geht bei Hitze oder Kälte und muss daher beweglich montiert werden, das heißt die Löcher für die Schrauben müssen größer gebohrt werden. Denn dehnt sich das Alu aus, scheuert sich auch das Loch aus“, erklärte Friedl auf Pötzsch‘ Nachfrage.
Die Gebäudeentwässerung in Richtung Gartenseite bedurfte einiger Änderungen. Andernfalls wäre der Bau von Sickerschächten erforderlich geworden. Die Betonwannen wurden weggerissen, eine größere Dachrinne und eine neue Ableitung führt das Regenwasser weg.
Partsch wünschte sich für eine Neuauflage des Schulgartens – an dem sich auch der Hort beteiligen wolle – eine Regenwassertonne.
Die Idee war dem Bürgermeister zu provisorisch, auch der Architekt riet davon ab. „Vergisst man die Klappe zu schließen, steht hier ein ganzer See, wenn es richtig regnet“, so Friedl. Er empfiehlt, eine klassische Zisterne mit Überlauf einzugraben – was aber 3000 bis 4000 Euro Mehrkosten bedeute. Pötzsch sagte, das sollte man sich überlegen und es lieber „gscheit“ machen. Zudem, so Friedl müssen die Außenanlagen und Lichthöfe sowieso noch angelegt werden – da könnte man das mitmachen.