AfD-Wahlkampfkundgebung

Bundessprecher Meuthen:„Wir brauchen eine Festung Europa“

von Redaktion

Waldkraiburg – Nichts Neues von der AfD, doch das in geschliffener Rhetorik, präsentierte Bundessprecher Jörg Meuthen bei der Wahlkundgebung der Rechtspopulisten am Dienstagabend im Haus der Kultur. Vor nahezu 200 überwiegend begeisterten Zuhörern forderte Meuthen: „Wir brauchen eine Festung Europa. Es geht nicht anders, ganz sicher nicht.“

So ruhig der Redestil des Professors, so heftig die Attacken auf die politischen Gegner. Allen voran die CSU. Deren Bundesinnenminister watschte der AfD-Redner ab, weil Seehofer die von ihm selbst beklagte „Herrschaft des Unrechts“, die zu unkontrollierter und ungesteuerter illegaler Masseneinwanderung geführt habe, bis heute nicht korrigiert habe. „Blöd, blöder, Söder“, diese Steigerung münzte er auf den bayerischen Ministerpräsidenten, der einmal erkläre, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, ein andermal, der Islam gehöre zu Bayern. „Das ist das Problem der CSU: Sie steht für alles und nichts und zugleich für das Gegenteil davon.“ Und das „C“ im Parteinamen stehe nicht mehr für eine christliche Grundhaltung, sondern „fast schon“ für die Mondsichel des Islams. „Franz Josef Strauß würde im Grab rotieren.“

Bundeskanzlerin Merkel verrate und verkaufe das Land, missbrauche ihr Amt und treibe „Deutschland in den Ruin, rechtlich, finanziell, moralisch, kulturell und sicherheitspolitisch“. Und der Bundespräsident? Ein Land, dessen Staatsoberhaupt ein Konzert mit einer linksradikalen Band, die Deutschland hasse, bewirbt, „ist verrückt geworden“.

Das Parteienkartell, die „links-rot-grün verseuchte 68er-Politik“, gelte es zu beseitigen. So Meuthen, der bei der SPD die „letzten Zuckungen einer früher stolzen Malocherpartei“ ausmacht. Zur großen Freude der Anhänger macht er sich über das „absurde Gendergaga“ und die „gruselgrünen Genderglucken“ lustig, nennt die Grünen Nationalmasochisten und Heuchler, eine „Partei der Studienabbrecher“. Ein „IQ von 150 ist ne super Sache, blöd nur, wenn sich den eine ganze Partei teilen muss“.

Der Ökonomie-Professor kritisiert horrende Steuerquoten und Abgabelasten. Der Sozialstaat läuft aus seiner Sicht aus dem Ruder. 30 Prozent der Wertschöpfung für soziale Ausgaben und trotzdem steigende Kinder- und Altersarmut. „Das ist absurd, was hier läuft.“

Kein Wort verliert der AfD-Sprecher über die Rolle, die führende Parteifreunde in Chemnitz und andernorts spielen, wo sie mit Rechtsradikalen gemeinsame Sache machen. „Krampfhaft“ nennt er die Versuche, der Partei das rechtsradikale Etikett anzuheften.

Ebenso wenig sei die AfD eine Einthemen-Partei, Meuthen nennt am Ende seiner Rede eine ganze Reihe von Positionen und Forderungen, über die er, so Meuthen, problemlos hätte referieren können. Getan hat er nichts dergleichen in dieser einstündigen Rede, die mit einer Prognose endet: Der Politikwechsel in Deutschland werde kommen, so wie in Österreich und in Italien.

Im Anschluss an den AfD- Sprecher ergriffen die örtlichen Kandidaten Oliver Multusch (Landtag/Mühldorf) und Thomas Schwembauer (Landtag/Altötting) sowie Martin Wieser (Bezirkstag/ Mühldorf) das Wort. hg

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