Waldkraiburg – Keine Bauentwürfe, sondern die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie stellte Architekt Peter Schelle in der Sitzung vor. Was geht auf dem fast 2700 Quadratmeter großen Areal der Stadtbau GmbH im Adalbert-Stifter-Weg, der dem Kernbereich Waldkraiburgs zugeordnet wird? Da ist einerseits das erklärte Ziel eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden, dem eine Verdichtung der Bebauung gerecht werden soll. Da ist andererseits die Umgebungsbebauung, im weiteren Umfeld bis zu vier- und fünfgeschossig, im direkt angrenzenden Bereich aber eher kleinteilig.
Zweigeschossig sind die beiden Bestandsgebäude mit insgesamt 16 Wohneinheiten. Diese sind bereits entmietet und sollen im Herbst abgerissen werden.
Für die künftige geförderte Wohnungsbebauung hat der Planer drei Vorschläge erarbeitet: Alle drei sehen drei- bis viergeschossige Gebäude mit 40 plus x Wohnungen vor. Die notwendigen Stellplätze sollen in einer Tiefgarage geschaffen werden. Die Grünfelder und das straßenbegleitende Grün, das diese Grundstücke präge, will der Architekt erhalten.
Die dritte Variante (44 Wohnungen), die einen Gartenraum definiert, und eine rhythmisierte Fassade bietet, gefiel den Ausschussmitgliedern am meisten, von der Optik wie von der Einbindung in die Umgebung her. Ist das aber auch die Variante, die sich vermieten lässt? Diese Frage warf Anton Sterr (CSU) auf.
Es gebe sicherlich günstigere Varianten als dieses Gebäude mit Winkeln und Ecken, sagte Götz Keßler, Stadtbau-Geschäftsführer. Allerdings passe dieser Vorschlag von der räumlichen Situation her am besten in die Gegend. „Wir sollten eine Bebauung hinbringen, die Rücksicht auf die bestehenden Strukturen nimmt.“ Zu dem schiefwinkligen Gebäude stellte er klar: Im Inneren spiegle sich das nicht wider. Es gehe da schon um möblierbare Grundrisse.
Aus seiner Sicht sind 40 plus x Wohneinheiten ein gutes Maß. Ein Nachbar habe noch ein Geschoss höher bauen wollen, „wir sind drunter geblieben.“ Bürgermeister Robert Pötzsch ergänzte dazu, dass die Stadt das Bauvorhaben auf der anderen Seite abgelehnt habe. Doch werde sicherlich auch ein Mehrfamilienhaus entstehen. Denn ein positiver Beschluss für eine der vorgeschlagenen Varianten für das Stadtbau-Areal habe Auswirkungen auf diesen Nachbarbereich. Der Eigentümer möchte sicher das gleiche Baurecht generieren.
Tiefgaragen seien teuer und nicht beliebt, sprach Gerd Ruchlinski (SPD) ein weiteres Handicap für die Vermietung an. Keßler sieht keine Alternative zu einer Tiefgarage. Ansonsten müsste man das Grundstück auf der ganzen Straßenlänge mit Stellplätzen zustellen. Schon 20 bis 30 Querparkplätze statt des Grüns sieht Architekt Schelle als großen Verlust an. Lieber gehe man in die Mehrkosten, so Stadtbau-Chef Keßler.
Stadträtin Eva Köhr (CSU) bemängelte, dass der Stellplatzschlüssel nicht eingehalten werde. Ein Stellplatz pro Wohnung sei zu wenig. In der momentanen Planung sei das noch nicht ganz gelungen, räumte Keßler ein, aber das Ganze sei ja noch in der Planung. Selbstverständlich werde der Schlüssel eingehalten.
Skepsis äußerte Christoph Vetter (UWG). Sein Einwand zu der Variante: Schön sei nicht immer praktisch und gut. Außerdem treibe es die Baukosten nach oben. Doch letztlich stimmte auch er mit allen anderen Ausschussmitgliedern für diesen Vorschlag.
Diese Variante werde nun weiterverfolgt „und mit Kosten hinterlegt, um zu sehen, ob das in Waldkraiburg vermietbar ist“, so Bürgermeister Robert Pötzsch.