Waldkraiburg – „Fairer Handel = zweimal Klimaschutz“ – mit diesem Motto gab der Eine-Welt-Laden Waldkraiburg gemeinsam mit der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Waldkraiburg mit seinem Stand auf dem Wochenmarkt den Schwerpunkt der bundesweiten Fairen Wochen wieder: „Fair Handeln – Klima schützen“.
Dabei wurde verdeutlicht, dass vor allem die Bauern der sogenannten Entwicklungsländer besonders unter dem Klimawandel leiden. Wenn bei uns Bauern wegen anhaltender Trockenheit 30 bis 70 Prozent ihrer Ernte verlieren, erhalten sie staatliche Hilfen. Davon können die Bauern in Afrika oder Lateinamerika nur träumen, wie Joachim Grytzyk vom Eine-Welt-Laden erklärt. Kaffeebauern in Honduras etwa – die circa zehn Prozent unseres Kaffees liefern – müssen ihre Felder in niedrigeren Lagen wegen des Klimawandels aufgeben.
Alternativen wären beispielsweise modifizierte Anbaumethoden oder Produktionsumstellungen. „Wenn aber durch Dumping-Preise oder Preisverfall auf dem Weltmarkt die Erlöse gerade so zum Überleben reichen, wo soll dann Geld für solche Investitionen herkommen?“, sagt Grytzyk. Der Faire Handel, den sich auch die Stadt Waldkraiburg auf die Fahnen geschrieben hat, bietet Mindestpreise, die unabhängig machen von solchen unkalkulierbaren Schwankungen. Durch eine zusätzliche Fairtrade-Prämie werden Investitionen und Bildungsmaßnahmen ermöglicht.
Lippenbekenntnisse reichen nicht
„MIT-machen – es beginnt mit Dir!“ Dieses Plakat am Stand des Eine-Welt-Ladens machte klar: Wenn die Sympathie für den Fairen Handel ein Lippenbekenntnis bleibt, ändert sich gar nichts. Bei fünf Prozent Umsatzanteil fair gehandeltem Kaffee in Deutschland beziehungsweise acht Prozent bei Kakao ist noch viel Luft nach oben, sagt Joachim Grytzyk.re