Feinkost, nicht Supermarkt – Nische und Mainstream

von Redaktion

Munteres Gespräch am Kulturstammtisch über das Waldkraiburger Angebot – Abonnenten bleiben die Säule des Hauses

Waldkraiburg – Auch wenn inklusive Bürgermeister Robert Pötzsch, Kulturreferentin Karin Bressel sowie Rainer Hohenadler und Alexandra Lausmann von der Kulturabteilung kaum 15 Besucher den Weg ins Bistro Cult fanden, entwickelte sich im jüngsten Kulturstammtisch ein munteres Gespräch.

SollenVeranstaltungen früher beginnen?

Alexandra Lausmann informierte die Teilnehmer, dass bislang kein Ersatz für Professor Gärtner gefunden worden sei. In dieser Saison werde es also leider keine Einführungen in die Musiktheaterveranstaltungen geben.

Im neuen Abo-Programm experimentiere das Kulturamt mit früheren Beginnzeiten, eine Veranstaltung beginnt bereits um 18 Uhr, eine um 19 Uhr. So wie andernorts werde man auch mal versuchen, eine Operette für die ganze Familie an einem Sonntagnachmittag anzubieten. Immer wieder sei der Wunsch an das Haus herangetragen worden. Dazu Kai Röpke: Man solle dabei sehr sensibel vorgehen und auf die Pendler achten.

Für das Programm gab es insgesamt viel Lob, wobei einige Teilnehmer den Wunsch äußerten, das Angebot so breit gefächert wie bisher aufrechtzuerhalten. So warnte etwa Gabi Röpke davor, „nur den Mainstream zu bedienen. Das haben alle.“ Röpke schlug vor, ein Leitbild für die Kultur zu entwickeln. Und Christine Lausmann, die seit 2002 überzeugte Abonnentin ist und das hochwertige Waldkraiburger Programm der kurzen Wege wegen Angeboten in München vorzieht, meinte: „Lieber eine oder zwei Veranstaltungen weniger, aber was Hochwertiges.“ Wichtig seien Veranstaltungen mit hoher Qualität, „Feinkost, nicht Supermarkt“, so Annette Wienes.

Dazu Alexandra Lausmann: Das Haus der Kultur werde auch weiterhin Nischen bedienen. „Das macht unser Haus aus.“ Sie kündigte an, dass es zum Beispiel wieder eine Jazz-Matinee am Sonntagvormittag geben soll. Auch ein Liedermacher-Abend mit regionalen Künstlern sei dreimal im Jahr geplant. Es gibt auch Überlegungen, die Moonlight-Shows im Sommer wieder aufleben zu lassen.

Kulturreferentin Bressel: Es brauche auch Stücke für den breiten Geschmack und bekannte Namen.

Hildegard Braun, die als Grundschullehrerin arbeitet, wünscht sich ein qualitätvolles Angebot für alle Schularten. Viele Kinder und Jugendliche kommen damit erstmals ins Haus, das helfe die Schwellenangst zu überwinden. Gabi Röpke regte an, die Jugendtheatertage wieder aufleben zu lassen. Es gebe sehr gute lokale Schultheatergruppen.

Annette Wienes regte an, mehr aus der besonderen Theatersituation zu machen. Das Haus der Kultur biete einen echten Theatersaal, „nicht nur einen Stadtsaal, der ausschaut wie eine bessere Turnhalle. Die Location macht was her. Mit diesem Pfund sollte man wuchern.“

Traunreut bewirbt sich um Tanzland-Projekt

Die Frage, ob und wie es mit dem Tanzangebot nach Abschluss des Tanzland-Projekts im nächsten Jahr weitergeht, blieb offen. Lausmann teilte mit, dass sich Traunreut um das Tanzland-Projekt bewerbe. Man sei im Gespräch mit der Nachbarstadt, ob Waldkraiburger bei den Tanz-Workshops mitmachen können.

Veit Bibo, Leiter der Theatergruppe Stadttheater, erkundigte sich nach der Möglichkeit, die jährliche Stadttheatervorstellung in das Abo zu integrieren. Diese Möglichkeit sieht Lausmann nicht, allerdings sei denkbar, einen Ring mit regionalen Veranstaltungen im kleinen Saal auf die Beine zu stellen.

Zur Anregung, wieder ein Wahlabo anzubieten, meinte sie: Das Wahlabo, das auch „Knaller“ aus dem Theaterabo enthalten habe, habe zu einem Einbruch bei den Schauspiel- und Musiktheater-Abos geführt. „Wir sehen unsere Abonnenten als Säule des Hauses, die wir zufriedenstellen wollen.“ Man werde aber künftig wieder versuchen, kleinere Pakete für bestimmte Bereiche zu schnüren.hg

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