Waldkraiburg und die Welt – Bürgermeister Josef Kriegisch gratuliert dem 15000. Bürger der Stadt Waldkraiburg. Als Geschenk der Stadt bringt er in einen Sack 15000 Pfennige für den kleinen Achim Engelmann und seine Eltern mit. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.
Es ist eine Woche, in der Waldkraiburg im Focus der Medien steht. Die Heimatzeitung, die bislang auch in der größten Stadt im Landkreis unter dem Namen „Mühldorfer Nachrichten“, beziehungsweise „Mühldorfer Anzeiger“ erschienen ist, führt ab sofort den Namen der Stadt im Titel. Auch der Bayerische Rundfunk und das ZDF kommen in die Stadt. Übrigens überreichen auch die „Waldkraiburger Nachrichten“ der glücklichen Familie Engelmann 150 Mark.
Nach Impftermin: Schüler scheitert an Aufnahmeprüfung
Das darf doch nicht wahr sein: Wegen einer Terminkollision mit dem Impftermin des Gesundheitsamtes scheitert ein Bub aus dem westlichen Landkreis, der nach dem Impfen Fieber bekommt, an der Aufnahmeprüfung für die Realschule. Erst als sich der Landtagsabgeordnete Valentin Dasch ein schaltet, darf der Schüler den Probeunterricht wiederholen – und besteht.
Waldkraiburg bekommt einen neuen Zubringer zur B12 bei Niederheldenstein. Das nordwestliche Stadtgebiet soll damit besser an das Verkehrsnetz angebunden werden. Auch den Arbeitnehmern aus dem Norden und Westen, die täglich nach Waldkraiburg einpendeln, soll die neue Kreisstraße zugute kommen.
Georg Asam ist der erste Leiter der neuen Landpolizeistation Waldkraiburg.
Stadt sucht Namen für das Wohngebiet 4
„Eine Einteilung der Wohngebiete nach Nummern ist nicht schön“, findet man bei der Stadt. Und deshalb startet sie über die Zeitung einen Aufruf, Vorschläge für das Wohngebiet 4, das frühere Steinlager, zu machen. So wie für das Wohngebiet 5, das nur noch Föhrenwinkel heißt, soll für den Bereich im Süden der Stadt ein geeigneter Name gefunden werden. (Heute hat sich für dieses Gebiet und das gesamte Areal südlich der Bahnlinie die Bezeichnung „Waldkraiburg-Süd“ eingebürgert.
Die Stadt will die Kreuzung Siemens-/Daimlerstraße/Grüner Weg entschärfen. Es hatte viele Unfälle gegeben. Die Kreuzung, die bislang versetzt war, soll begradigt werden, ebenso soll die Kreuzung an der Bayernbrücke entschärft werden: durch einen Fußgängertunnel.
Einen neuen Vorstand wählt die Schützengilde. Schützenmeister wird Hans Heiß, sein Stellvertreter Heinz Gierden von den ehemaligen Sportschützen, die sich aufgelöst hatten und der Gilde beigetreten waren.
Die Glasraffinerie- und Exportfirma R. B. Markowsky feiert 60-jähriges Bestehen. Das Unternehmen, 1908 im Kreis Böhmisch-Leipa im Sudetenland gegründet, hatte in der Fachwelt einen sehr guten Namen. Produkte aus diesem Haus gewannen Preise bei den Weltausstellungen in Barcelona (1929) und in Paris (1937). Nach der Enteignung und Vertreibung wurde die Firma 1949 nach Waldkraiburg verlegt. Schon bald konnte das Unternehmen unter der Geschäftsführung von Erich Kieslich, der auch Zweiter Bürgermeister der Stadt war, wieder an die alten Auslandsbeziehungen anknüpfen. Die Gläser wurden ausschließlich in die USA und nach Kanada exportiert.
Schildbürgerstreich bei der Bundesbahn
Schildbürgerstreich der Bundesbahn: Die S-Bahn-Triebwagen, die die Bundesbahn entwickelt hat, passen nicht in die Münchner U-Bahn-Röhre. Dabei war genau das vorgesehen: Dass die S-Bahn-Züge auf den Bahnstrecken und durch die U-Bahn-Tunnels verkehren. 13 Millionen Mark hatte man dafür ausgegeben, die Tunnels höher auszubauen, um dann festzustellen, dass die Triebwagen zu hoch sind.hg