von Redaktion

Sie gehörte zu den ersten Waldkraiburgern nach dem Krieg. Regelmäßig skypt Hildegard Bahner mit den Enkeln in den USA. Jetzt feierte sie ihren 101. Geburtstag.

Sie ist 101 und skypt mit Enkeln in USA

Waldkraiburg – Hildegard Bahner kann sich noch erinnern, wie es war als man „zum Telefonieren noch gegangen ist“. Also nur zu besonderen Anlässen, zum Beispiel, wenn ein Kind geboren wurde. Das war zu der Zeit, als Kutschen fuhren und es nur zwei Autos im Ort gab. „Der Arzt und der Apotheker hatten eines“, erzählt sie.

Hildegard Bahner vollendete kürzlich das 101. Lebensjahr. In ihrem langen Leben hat sie nie geraucht oder Ähnliches. Sie hat jeden Tag gekocht, ging immer viel spazieren und lebt bis heute gesund und bewusst.

Geboren ist sie im Sudetenland, in Botenwald, heute Butovice. Mit ihrer jungen Familie wurde sie von dort vertrieben und kam mit den Eltern und dem ältesten Sohn nach Niederbergkirchen. Ihr Mann, Rudolf Bahner, war im Krieg eingezogen worden. Danach fand er in Waldkraiburg Arbeit bei der Firma Beck. So zog die Familie in den Iserring, in die ersten Siedlungshäuser, die in Waldkraiburg gebaut worden sind.

1954 wurde ihre Tochter Ingrid geboren. Später zog die Familie in die Iglauer Straße um und Sohn Rudolf kam zur Welt. Als Hausfrau versorgte Hildegard Bahner ihre Familie, pflanzte im Schrebergarten Erdbeeren und Gemüse an und arbeitete in Heimarbeit für die Firma Beck.

Zehn Urenkel und zwei Ururenkel

Auch um ihre Enkel kümmerte sie sich. Inzwischen hat sie acht Enkelkinder, zehn Urenkel und zwei Ururenkel. Bis auf den Teil der Familie, der in Amerika lebt, sind alle zu ihrem Geburtstag gekommen. Mit ihrem Sohn in Dallas und seiner Familie skypt sie immer am Mittwoch und so wurde auf diesem Weg gratuliert.

Bürgermeister Robert Pötzsch gratulierte im Namen der Stadt und überreichteeinen Geschenkkorb.

Die freundliche, ältere Dame fühlt sich im Adalbert-Stifter-Heim schon seit acht Jahren sehr wohl. Sie traf dort andere Sudetendeutsche und Bekannte aus ihrer Kirchengemeinde. Im Speisesaal spielte sie Boccia und war eine begehrte Mitspielerin, weil sie die Kugel immer gut platziert hat.

Ihre Familie hört von ihr nie ein böses Wort. Tochter Ingrid sagt über sie, sie sei „die Zufriedenheit in Person.“

Artikel 1 von 11