Das Förderzentrum von der Kopernikusstraße aus gesehen. Die Erweiterung ist beschlossene Sache. Ob am Standort, unter Einbeziehung der Diesel-Grundschule oder in einem Gebäudetausch mit der Liszt-Mittelschule ist noch nicht entschieden.
Die Nachricht vom möglichen Schultausch mit dem Förderzentrum sorgt an der Liszt-Mittelschule für Verunsicherung. Elternbeiräte kritisieren insbesondere den Zeitplan. Sie können nicht verstehen, warum schon einen Tag, nachdem der Rektor über die Machbarkeitsstudie informiert wird, ein Stadtratsbeschluss fallen soll.
Schultausch? Zeitplan in der Kritik
Waldkraiburg – Bei Lehrern, Schülern und Eltern herrsche Verunsicherung, bestätigt Alexander Ruß, kommissarischer Rektor der Liszt-Mittelschule, auf Anfrage. Er kenne die Machbarkeitsstudie noch nicht, die Stadt und Landkreis in Auftrag gegeben haben. Zu Gerüchten wolle er sich nicht äußern, so Ruß, der am Montag so wie seine Schulleiterkollegen über die Ergebnisse des Gutachtens informiert wird. Eine Option, die in der Studie geprüft wird, ist der Schultausch zwischen Förderzentrum an der Dieselstraße und Mittelschule an der Liszt-Straße. Dass der Tausch eine Option sei, hatte Bürgermeister Robert Pötzsch auf Anfrage bestätigt (wir berichteten). Pötzsch hatte zugleich versichert, dass noch nichts beschlossene Sache sei.
„Ich hoffe, dass genügend Zeit dafür bleibt, die Sichtweise und Bedenken der Schule darzustellen.“ Mit diesen Worten deutet der Schulleiter an, dass er über das Prozedere nicht glücklich ist. Denn schon einen Tag nach dem Termin mit den Schulen steht das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrates. Noch im Oktober steht die Entscheidung im Kreistag an. Ruß: „Das Ziel aller Beteiligten muss sein, eine schülergerechte Lösung zu finden.“
Svendt Hiebendahl, Mitglied im neuen Elternbeirat, äußert Verständnis dafür, dass eine Lösung für die Erweiterung des Förderzentrums gefunden werden muss. Die Idee, dazu „die Mittelschüler aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen“, findet er aber „furchtbar“.
Das Vorgehen der politischen Entscheidungsträger findet er „unmöglich“. Hiebendahl: „Bis wir nachdenken können, ist das womöglich schon beschlossene Sache.“ Die Schule habe aus seiner Sicht gar nicht mehr die Möglichkeit, noch Einspruch zu erheben.
Auch seine Elternbeiratskollegin Sabine Sattler kann nicht verstehen, warum man die Entscheidung „von heute auf morgen treffen muss. Warum kann man nicht noch vier oder fünf Wochen damit warten?“
Die Schulen, Lehrer, auch Eltern, bräuchten doch Zeit, um sich zu informieren und das Für und Wider zu besprechen, findet sie.
Für Sattler gibt es viele offene Fragen, zum Beispiel im Hinblick auf die Schulsprengel, zwei Mittelschulen an einem Standort bedeuten weitere Wege. Zum Standort in der Liszt-Straße habe ihr Sohn zwei Kilometer, zu einem Standort in der Diesel-Straße dreieinhalb. Sattler: „Wer zahlt die Busse?“
Sie fragt auch an, ob nicht eine Erweiterung des Förderzentrums unter Einbeziehung von Räumen der benachbarten Diesel-Mittelschule möglich sei.
Und Sattler verweist darauf, dass es im Schulzentrum an der Dieselstraße einen gemeinsamen Inklusionspausenhof für Förderschüler, Grundschüler und Mittelschüler gebe. Ein Umzug des Förderzentrums in die Liszt-Schule komme im Vergleich dazu einer Ausgrenzung gleich und widerspreche der Inklusionsidee, findet die Elternbeirätin, die außerdem befürchtet, dass es mit einer Eigenständigkeit der Liszt-Mittelschule an dem neuen Standort, direkt neben der Diesel-Mittelschule, bald vorbei sein könnte.