„Waldkraiburg hat relativ wenig Mäuse.“ Darauf hat neulich Stadtrat Gerd Ruchlinski aufmerksam gemacht. Wieder einmal. Doch diese bedauernswerte Tatsache, die Kommunalpolitiker, Kämmerer und Bürger gleichermaßen als äußerst störend empfinden, hörte sich aus dem Mund des Waldkraiburger Umweltreferenten diesmal – bei der Ausgabe von 25000 kostenlosen Frühlingsblumenzwiebeln – schon wesentlich positiver an, als Ruchinski fortsetzte: „Waldkraiburg hat relativ wenig Mäuse. Weder im Stadtsäckel, noch draußen. Der Boden ist einfach zu hart.“
Auch hier zeigt sich also, wie so oft im Leben: Es kommt auf den größeren Zusammenhang an. Und: Alles hat seine zwei Seiten. Auch die Sache mit den Mäusen. Wovon im Stadtsäckel gar nicht genug sein kann, davon ist im Stadtpark manchmal schon eine zu viel.
Wie gesagt, die Stadt hat – jedenfalls in den Grünflächen – kein Problem mit den Mäusen. Waldkraiburg ist Dank dieses Umstands auf guad Boarisch a gmahde Wiesn für blühende Landschaften. Sicher, grade bei diesem bundespolitisch verschlissenen Begriff ist Vorsicht angesagt. Doch für die Grünflächen in Stadt-, Ost-, West- und Nordpark und drum herum legen wir uns fest: Im nächsten Frühjahr blüht Waldkraiburg auf. Weil die Mäuse kapituliert haben. Und: Weil Waldkraiburg in den nächsten Wochen gräbt und schaufelt, was das Zeug hält. So viele ehrenamtliche Stadtgärtner haben sich gemeldet, um mit zu tun.
Während die 25000 Krokusse, Tulpen und Schneeglöckchen noch ein Weilchen brauchen, um zur vollen Blüte zu kommen, hat der Landtagswahlkampf in den vergangenen Wochen schon jede Menge Blüten getrieben, gelbe, blaue, rote, schwarze, grüne, vereinzelt sogar ein paar hässliche braune Primeln. Was den Wahlkämpfern blüht, das wird sich am Wahltag zeigen. Sicher ist: So mancher Blütentraum wird spätestens am Abend welk sein. Und dann braucht es einen erfahrenen Floristen, der für Bayern den richtigen Strauß aus dieser bunten Blumenwiese zusammenstellt.
Beim interkommunalen Schwimmbad wird kein Strauß gebunden, sondern der nächste Strauß ausgefochten. Es gibt also doch einen Bürgerentscheid in Aschau. Auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht überraschend kommt, es hatte sich abgezeichnet. Das ist Demokratie. Und das muss uns Demokratie wert sein.
Noch ein strittiges Thema: der mögliche Schultausch zwischen Förderzentrum und Diesel-Mittelschule. Noch ist keine Entscheidung gefallen. Heißt es. Und tatsächlich mag es aus planerischer und kommunalpolitischer Sicht sehr gute Gründe für diese Variante geben. Noch sind sie nicht bekannt. Absolut nachvollziehbar ist aber, dass sich Eltern und Lehrer der betroffenen Mittelschule darüber ärgern, dass die Schulen einen Tag vor einer entscheidenden Stadtratssitzung erfahren, was Sache ist.
Er blühte nur einen November lang, der sogenannte Super-Samstag, eine neue Aktionsform der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk. Danach war er auch schon verdorrt. Und der Martinssonntag, den er ablösen sollte, blüht schon am 11. November wieder auf.
Kaum waren die ersten Spiele gegen die Top-Favoriten der Oberliga nicht erfolgreich gelaufen, knickten die Waldkraiburger Eishockey-Fans schon wieder ein, als wären sie schlecht gedüngt und nicht bewässert. Mit der neuen Mannschaft der Löwen sei in der Oberliga wieder kein Blumentopf zu gewinnen, wussten die notorischen Pessimisten. Nach dem ersten Punkt in Landshut, einem Aufstiegsfavoriten, keimen neue Hoffnungen. Wer weiß, was da noch heran- wächst... Hans Grundner