Steuerfrei

Nicht mehr als 200 Liter

von Redaktion

Biobier aus Urgetreide wie Emmer und Einkorn – wie man das daheim in der Küche herstellen kann, zeigte Klaus Illguth bei einer Braukurs im Gasthaus Maier in Gallenbach.

Simone aus Mühldorf war die einzige weibliche „Brauerin“ und ließ sich gerne zeigen, wie exakt die Wissenschaft des Sud herstellens ist.

Auch wenn das Bierbrauen nur ein Hobby ist, müssen trotzdem Vorschriften beachtet werden. Der Biersommelier klärte seine Teilnehmer darüber auf, dass selbst wenn man nur für den eigenen Bedarf brauen möchte, man dies beim Zoll anmelden muss. Ein Hobbybrauer darf 200 Liter jährlich steuerfrei Bier herstellen, danach wird die Steuer nach Menge und Stammwürze erhoben.

„Urgetreide-Bier ist total angesagt“

Taufkirchen – Klaus Illguth braut seit mehr als zehn Jahren sein eigenes Bier. Dieses Wissen möchte er an andere Bierliebhaber weitergeben. Aus diesem Grund bietet der geprüfte Biersommelier aus Taufkirchen Degustationen, Culinarien und Braukurse an.

So wurde die Küche des Gasthauses Maier mit freundlicher Unterstützung von dem Wirtsehepaar Hilarius und Claudia Häußler für zwölf Bierbegeisterte Teilnehmer zu einer kleinen Hobbybrauerei umfunktioniert. Die Bierliebhaber durften ihr eigenes Urgetreide- und Biobier unter professioneller Anleitung herstellen, während das Ehepaar Häußler für das leibliche Wohl sorgte.

Dass Bierbrauen nicht nur reine Männersache ist, bewies Simone aus Mühldorf am Inn. Die junge Frau war so sehr von dem Braukurs begeistert, dass sie sich sicher ist, sich selbst einmal in der heimischen Küche als Hobbybrauerin zu versuchen. Laut Klaus Illguth besuchen überwiegend Männer seine Braukurse. Am liebsten trinken und brauen seine Besucher Urgetreidebier. „Das ist total angesagt bei den Leuten. Urgetreide ist gesünder, gehaltvoller und auch sehr vielfältig im Geschmack. Das normale Bier mögen sie nicht mehr so“, erklärt der Biersommelier, der gerne auch eigene Rezepte für neue Biersorten entwickelt.

Doch damit der Gerstensaft auch wirklich schmeckt, erfordert das Bierbrauen einiges an Wissen, Ausstattung, Zeit und Experimentierfreudigkeit. Die Kursteilnehmer waren sichtlich überrascht, wie sauber, genau und intensiv gearbeitet werden muss, damit ein Sud gelingt.

Der „Meister“ selbst zeigte, dass Konzentration ein weiterer sehr wichtiger Punkt beim Brauen ist. Eine Zutat zu viel dazu gegeben, die falsche Menge verwendet, den Sud nicht lange genug gekocht, Temperatur nicht eingehalten oder nicht ausreichend umgerührt sind nur einige Beispiele, die dafür sorgen, dass das Gebräu schnell ungenießbar werden kann.

Klaus Illguth begeisterte die Teilnehmer nicht nur durch sein umfangreiches Wissen, sondern auch mit seinen mitgebrachten Bieren aus dem letzten Braukurs im Sommer. Während der Sud köchelte, erzählte er bei einer gemütlichen Brotzeit Interessantes aus der Geschichte des Bieres. Nach Einführung des Reinheitsgebots im Jahr 1516 gerieten die historischen Biere in Vergessenheit. Ziel von Illguth sei es ganz besonders, diese urtypischen Biere wieder neu zu beleben. Dazu zählen unter anderem Kräuterbiere, Sauerbiere und Gose Biere (im Mittelalter als „deutscher Champagner“ bezeichnet). Diese Biere sind heutzutage jedoch nur sehr schwer zu finden. „Es ist eine große Herausforderung für jeden Bierbrauer, ein Bier herzustellen, das es vor mehr als 1000 Jahren gab“, erklärt Illguth.

Gegen Ende des Kurses wurde der Gäreimer mit dem kostbaren Sud fest verschlossen.

„Nun muss das selbst gebraute Bier erst einmal sieben bis zehn Tage gären, bevor man es in Flaschen abfüllen und etikettieren kann“, erfuhhren die Teilnehmer. Sie freuen sich jetzt schon darauf, wenn es so weit ist und sie ihr Werk verkosten dürfen.

„Ich hab ein sehr gutes Gefühl, dass auch dieses Bier gelungen ist“, zeigt sich Illguth zuversichtlich.

Artikel 1 von 11