Bauvoranfrage stößt auf Skepsis im Marktgemeinderat

von Redaktion

Mehrfamilienhaus-Anlage und zwei Einfamilienhäuser an der Guttenburger Straße? Beschluss vertagt

Kraiburg – Die Voranfrage zum Neubau eines Mehrfamilienhauses mit circa zehn Wohnungen und zwei Einfamilienhäusern mit Garagen an der Guttenburger Straße bereitet Verwaltung und Gemeinderat Kopfzerbrechen.

Betroffen ist die Fläche des Kiesparkplatzes und eine rund 4200 Quadratmeter große private Grünfläche. Das Bauvorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Bruckmühle“. Die Parkplatzfläche ist als Mischgebiet dargestellt und bereits mit Baurecht belegt. Die überbaubare Grundstücksfläche ist durch die Baugrenze und Baulinie sowie durch eine Grundflächenzahl von 0,4 und eine Geschossflächenzahl von 0,8 festgelegt. Höchstens zwei Vollgeschosse dürfen dort errichtet werden. Inwieweit die geplante Mehrfamilienhausanlage den Vorgaben entspricht, beziehungsweise davon abweicht, müsste der Planer genau berechnen und entsprechend darstellen.

Auf der zweiten Fläche, auf der der Antragsteller die Einfamilienhäuser bauen will, ist im Bebauungsplan kein Baurecht ausgewiesen. Das Areal ist als „Private Grünfläche, Nutzung als landwirtschaftliche Flächen, Hausgarten oder ähnliches“ dargestellt. Eine Wohnbebauung widerspricht also dem Bebauungsplan. Baurecht könnte nur über eine Änderung des Planes geschaffen werden, so Markus Schmidinger vom Bauamt.

Auch die Erschließung wirft Fragen auf. Nur das Grundstück, auf dem die Mehrfamilienhausanlage errichtet werden soll, liegt direkt an der Straße.

Im Gemeinderat gab es kritische Stimmen. Er habe selbst vor 20 Jahren dort bauen wollen, so Gerhard Preintner. Damals hatte dieses Ansinnen keine Chance. „Im Landratsamt hieß es: Das ist die grüne Lunge.“ Und Preintner warf die Frage auf, wo 20 Parkplätze für zehn Wohneinheiten hinsollen. Dazu Bürgermeister Herbert Heiml: Eineinhalb Parkplätze seien angesetzt, nur einer vorgeschrieben. Teils seien Garagen im Erdgeschoss, teils Carports vorgesehen, ergänzte Markus Schmidinger. Von einer „sehr kompakten Bebauung“ sprach Werner Schreiber. Eine moderate Nachverdichtung sei das nicht.

„Ein sehr sensibler Bereich“, findet auch der Bürgermeister im Blick auf das Gesamtprojekt. Er sieht intensiven Diskussionsbedarf. Entschieden wurde über die Voranfrage nicht. Das Thema wurde vertagt.hg

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