Brisantes Gutachten zum Schulentwicklungsplan

von Redaktion

Waldkraiburg kämpft um eine bessere Ausgangsposition für ein Gymnasium

Waldkraiburg und die Welt – „Wie eine Bombe“ schlägt im Landkreis ein Gutachten der Bezirksplanungsstelle in München zum Schulentwicklungsplan ein. Die Regierung betrachtet in der Frage einer Ansiedlung eines weiteren Gymnasiums die Landkreise Mühldorf und Altötting als Ganzes und gibt Waldkraiburg den Vorzug vor Altötting. Für diesen Standort spreche vor allem das starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Beim Realschulbau bekommt in dem brisanten Gutachten Mühldorf den Vorrang vor Neumarkt-St. Veit. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.

Der Kreistag in Mühldorf hatte beantragt, ein Gymnasium in Waldkraiburg und Schulen in Mühldorf und Neumarkt in den landesweiten Schulentwicklungsplan aufzunehmen. Gegen die Stellungnahme der Regierung laufen Neumarkt-St. Veit und Altötting „Sturm“, wie die Zeitung schreibt. Das letzte Wort hat das Kultusministerium.

Bürgermeister und Altbürgermeister machen Druck

Wirbel gibt es auch wegen der bereits beschlossenen Erweiterung des Gymnasiums in Mühldorf. Die Kosten sind von 2,5 auf drei Millionen Mark gestiegen. Und statt – wie vorgesehen – zwölf neue Klassen, sollen 16 Klassenräume errichtet werden. Waldkraiburgs Bürgermeister Kriegisch kündigt entschiedenen Widerstand an.

Denn in der Stadt wird befürchtet, dass sich dadurch die Ausgangsposition für ein Waldkraiburger Gymnasium verschlechtert.

Altbürgermeister Hubert Rösler appelliert in einer CSU-Versammlung mit dem Landtagsabgeordneten Valentin Dasch an alle politischen Verantwortlichen im Landkreis, alle Kräfte zu bündeln und Ressentiments gegen Waldkraiburg fallen zu lassen. Andernfalls werde der Landkreis Altötting ein viertes Gymnasium bekommen und der Landkreis Mühldorf bei einem überfüllten Gymnasium in der Kreisstadt stehen bleiben. In der Waldkraiburger CSU hatte eine negative Stellungnahme des Elternbeirates des Ruperti-Gymnasiums in Mühldorf, dem auch Dasch angehört, zum Schulstandort Waldkraiburg für besonders große Verärgerung gesorgt.

Nach einem Gespräch mit den Waldkraiburger Kreisräten, den Landtagsabgeordneten Dasch (CSU) und Ruttmann (SPD) und Bürgermeister Kriegisch, bekräftigt Landrat Albert Weggartner, sich bei allen staatlichen Stellen für ein Gymnasium in Waldkraiburg einzusetzen.

Endlich: Stadt plant stilles Örtchen
für den Bahnhof

Die Stadt will nach der Umbenennung des Bahnhofs endlich einen Notstand beenden: Jahrelang war dort das „stille Örtchen“ geschlossen, weil es den hygienischen Ansprüchen nicht mehr genügte. Die Bundesbahn fühlte sich nicht zuständig, weil Waldkraiburg kein Umsteigebahnhof mit langen Aufenthaltszeiten sei. Der Plan, den die Stadt nun in Auftrag gegeben hat, sieht eine Lösung für 10000 Mark vor.

Die kontroversen Diskussionen um die Schulwegsicherheit in der Siemensstraße gehen weiter. Die Zeitung veröffentlicht dazu Leserbriefe und -umfragen. Bis sich dann doch eine Lösung abzeichnet: eine Druckampelanlage mit Schülerlotsen, die die Kinder am Gehsteig vor der Ampel sammeln und darauf achten, dass sie nach Betätigung der Druckampel die Straße gemeinsam überqueren.

Zwei Rollstuhlfahrer, die in Waldkraiburg eine Umschulung beim Berufsförderungszentrum Peters machen, fahren zu den Paralympics in Tel Aviv. Karl-Heinz Müller und Ludwig Bornschlegel sind Mitglieder der deutschen Rollstuhl-Basketball-Mannschaft.

Zwischenfall beim CDU-Parteitag: Beate Klarsfeld gibt Kurt Georg Kiesinger, Bundeskanzler und Parteivorsitzender, eine Ohrfeige. Sicherheitsbeamte konnten die Attacke nicht verhindern. Die Journalistin, die mit ihrem Mann Serge Klarsfeld als „Nazi-Jägerin“ bekannt wurde, protestierte damit gegen die nationalsozialistische Vergangenheit Kiesingers, der NSDAP-Mitglied (seit 1933) war.

Der Republikaner Richard Nixon ist neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Damit endet ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem demokratischen Bewerber Hubert Humphrey. hg

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