Der Sartrouville-Platz war gähnend leer. Während bei der Autoschau am Stadtplatz richtig was los war, verloren sich auf dem Kirchweihmarkt gerade mal fünf Stände.
Alois Buchner war einer von fünf (!) Händlern beim „Kirchweihmarkt“ am Sonntag
„Bald bin ich der letzte Mohikaner“
Waldkraiburg – Mantelsonntag in Waldkraiburg, „Kirchweihmarkt“ auf dem gähnend leeren Sartrouville-Platz. Gerade mal fünf Stände, darunter drei Essensstände, verloren sich am Sonntag auf dem riesigen Areal in der Innenstadt, während drüben auf der anderen Seite des Rathauses, am Stadtplatz, bei der Autoschau die Musik spielte. Dicht umlagert waren die aktuellen Fahrzeugmodelle, die dort zehn Autohäuser aus der Region präsentierten (wir berichteten).
Viele Besucher
verärgert über
geringes Angebot
Weit ab vom Schuss schüttelt Alois Buchner lachend den Kopf. „Bald bin ich der letzte Mohikaner“, sagte der Gärtner, der eine reiche Auswahl an Blumen, Pflanzen und Gestecken vor der Christkönigkirche anbot. „Ich komme wegen der Stammkunden.“ Immer kleiner werde der Markt am Mantelsonntag, so könne das nicht mehr weitergehen, findet er und berichtet von zahlreichen Beschwerden von Besuchern. Wie zum Beweis kommt eine Dame, um ihm ihren Respekt auszusprechen. Bei ihm werde sie auch in Zukunft kaufen.
Mehrere Kunden, vor allem auswärtige Besucher, haben auch ein paar Hundert Meter weiter bei Claudia Kliber im Geschäft „Mode am Berliner Platz“ ihrem Ärger Luft gemacht. „Da muss sich die Aktionsgemeinschaft was einfallen lassen“, sagt Kliber.
Die ist freilich nicht zuständig. Den Kirchweihmarkt am Mantelsonntag organisiert die Marktgilde im Auftrag der Stadt.
Gilde: Händler
entscheiden sich sehr kurzfristig
Auch diesmal habe sie eine aktive Händlersuche betrieben, sagt Eva-Maria Kamrad von der Deutschen Marktgilde in Geretsried. Zwischen zehn und 15 Anmeldungen gebe es eigentlich immer, um einen kleinen netten Kirchweihmarkt auf die Beine zu stellen. Doch die Konkurrenz sei groß in der Region. Auch am Sonntag habe es mehrere Märkte gegeben. Und in der Regel, so Kamrad, entscheiden die Händler am Morgen, wo sie hinfahren. Diesmal entschieden sich viele gegen Waldkraiburg, das der regionalen Ansprechpartnerin der Marktgilde zufolge, zwei sehr schöne und starke Wochenmärkte am Mittwoch und Samstag hat. Die Sonntagsmärkte allerdings gelten in der Branche als „nicht sehr umsatzstark“. Im allerschlimmsten Fall entstehe dann eine solche Situation wie am Sonntag. Eine Handhabe gegen Händler, die angemeldet sind, aber nicht erscheinen, habe sie nicht, so Kamrad.
Neues Konzept
gemeinsam mit
der Autoschau?
Sie setzt auf ein neues Konzept für den Kirchweihmarkt. Ihr Ziel: die beiden Veranstaltungen Autoschau und Markt zusammenzuführen. Man könnte die Autoschau mit den Marktständen „ein bisschen auflockern“. Das würde der Autoschau guttun und die Veranstaltung für die Marktleute attraktiver machen. Das Problem: Die Autoschau organisiert die Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, den Markt die Gilde. Der Stadtplatz ist mit den Autos bereits gefüllt. Deshalb schlägt Eva-Maria Kamrad vor, die Autoschau zu vergrößern in Richtung Sartrouville-Platz.“ Ich hoffe, wir können das mit dem Einzelhandel gemeinsam verwirklichen.“
Wie das in der Aktionsgemeinschaft gesehen wird, blieb gestern offen. Vorsitzender Willi Engelmann war ebenso wenig wie sein Stellvertreter Adi Schäftlmaier, der die Autoschau organisiert, zu erreichen. Beide sind in Urlaub.
Stadt will 2019
Verbesserung
erreichen
Die Stadt legt sich nicht auf den Vorschlag der Marktgilde fest, betont aber in einer Stellungnahme. In Zusammenarbeit mit der Gilde sei sie sehr bemüht, für das nächste Jahr eine Verbesserung des Kirchweihmarktes zu erreichen. „Eine Aufgabe des Marktes an diesem Mantelsonntag steht derzeit nicht zur Diskussion.“