Gauben und Dachfenster

von Redaktion

Gemeinderat Ja zu Tekturplan für Mehrfamilienhaus

Kraiburg – Das Bauvorhaben in der Max-Schwaiger-Straße beschäftigte den Gemeinderat nicht zum ersten Mal. Ein Gebäude mit acht Wohneinheiten und Pkw-Stellplätzen soll dort entstehen. Und mit einem neuen Tekturplan suchte der Bauherr an, zur besseren Belichtung im Dachgeschoss Gauben, Dachflächenfenster und Balkone zu errichten. Der Gemeinderat erlaubte bei einer Gegenstimme von Gerhard Preintner diese Abweichung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Unterbräuwiese“.

Hintergrund dafür ist ein Gemeinderatsbeschluss vom Juli 2017. Damals wurde festgelegt, dass das Bauvorhaben nicht unterkellert werden dürfe. Die geplante Tiefgarage sollte in das Erdgeschoss, die Wohnnutzungen in das Obergeschoss und Dachgeschoss verlegt werden.

Ausreichend belichtet und natürlich belüftet können die Wohnflächen im Dachgeschoss aber nur über Gauben und Dachflächenfenster werden. Die vier Gauben sind erforderlich, um verkehrssichere Austritte zu den Balkonen zu ermöglichen. Nahezu alle anderen Gebäude im Geltungsbereich des Bebauungsplanes haben Gauben und Dachflächenfenster.

Bei einer geringfügigen Überschreitung der Abstandsflächen auf öffentlichem Grund, auch sie ist Folge einer Vorgabe des Gremiums hinsichtlich der Dachneigung, kam der Gemeinderat ebenfalls dem Antragsteller entgegen.

Ein neuer Planer, den der Bauherr eingeschaltet hatte, stellte im aktuellen Tekturplan alle weiteren von Gemeinde, beziehungsweise Landratsamt genehmigten Befreiungen zur Übersicht dar.

Gerhard Preintner bewertet das Vorhaben unverändert kritisch. „Von Anfang an“ war er gegen einen „Riesenbaukörper“ an dieser Stelle. Er sieht Probleme mit den Parkplätzen, acht sind in der Tiefgarage geplant, acht draußen vorgesehen. Er sei gespannt, wo die Autos stehen. Er hoffe, so Preintner, dass jeder Parkplatz genutzt werde, fürchte aber, dass es Zustände wie am Bleicher geben könnte.

Dagegen kam Bürgermeister Dr. Herbert Heiml zu dem Schluss, dass die Planung unter den gegebenen Umständen „eine vernünftige Sache“ sei. Es brauche Wohnungen. Und der Bauherr stelle in diesem Bereich mehr Parkplätze zur Verfügung als manch anderer. Einer pro Wohneinheit sei gefordert. „Er bietet das Doppelte.“

Auch Gemeinderat Erich Unterforsthuber findet: Die Planung sei nicht gröber, sondern schöner geworden. Und Werner Schreiber fügte hinzu: „Das hat ein Gesicht. Mir gefällt es sehr gut.“hg

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