Waldkraiburg – Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam auf dem Fußballplatz zu vereinen – das möchte Markus Sedlaczek von der VfL-Sparte Fußball schon seit einigen Jahren umsetzen. Nun stellte er den ersten Inklusionscup im ganzen Landkreis im JahnsStadion auf die Beine.
Als leidenschaftlicher Sportler kam ihm die Idee, dass Fußball eine perfekte Möglichkeit wäre, Berührungsängste abzubauen. Nachdem 2016 bereits ein Inklusionscup in der Allianz Arena in München stattgefunden hatte, war es nun an der Zeit, dieses Sportevent in den Landkreis Mühldorf zu bringen – fand Sedlacek. Nach langer Vorbereitungszeit, vielen organisatorischen Aufgaben und Planungen wurde heuer der erste Inklusionscup in der Region ausgetragen. Zehn Mannschaften aus verschiedenen Regionen Bayerns traten zum Pokalwettkampf an. Das Motto, unter dem dieses Turnier stattfand, lautete „Viel Spaß am Sport und ein faires Spiel“. Beim Turnier waren vier U16-Mannschaften und sechs Ü16-Mannschaften aufgestellt.
Am Start waren folgende Vereine: Ü16: TSV Hohenbrunn, 11 Freunde FC Ingolstadt, SpVgg Ramspau, SC Gröbenzell, SV Altensittenbach Inklusion. U16: TSV Metten, SC Freising, TSV Hohenbrunn, Sturmkicker Niederroth.
Gespielt wurde auf einem Kleinfeldturnier mit sechs Feldspielern und Torwart. Es mussten pro Mannschaft vier Kicker mit Handicap auf dem Spielfeld sein und drei ohne. Die Art der Behinderung war irrelevant. Im Sinne des Inklusionsfußballs wurde auf ein faires Coaching und die Einhaltung des Ethik-Kodex geachtet. Für die Überwachung des Spiels und die Einhaltung der Spielregeln waren die Schiedsrichter Jürgen Ernst, Jürgen Reinelt, Frank Meyer und Mario Stabel auf dem Platz. Die Spielzeit pro Spiel dauerte 15 Minuten.
Gewonnen haben alle, denn in diesem Sport gibt es keine Verlierer! Alle Mannschaften standen auf dem ersten Platz und erhielten einen Pokal. Jeder Spieler bekam bei der Siegerehrung eine Medaille, als Zeichen für eine „ganz besondere großartige Leistung“, so Sedlaczek. Der größte Erfolg war wohl, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen ein starkes Team bildeten, in dem es keine Vorurteile gab.
Bei der Abschlusstabelle wurden die Punkte ausgewertet. Hierbei belegte der TSV Hohenbrunn-U16 mit 16 Punkten den ersten Platz. Auf den zweiten Platz kamen die Sturmkicker Niederroth mit zwölf Punkten. Auf dem dritten Platz landete der TSV Metten mit vier Punkten.
Zweiter Bürgermeister Richard Fischer begrüßte das „Engagement der Menschen, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben“. Auch Vertreter vom Bayerischen Fußballverband (BFV) zählten zu den Besuchern.
Diese Art von Fußball zeichne sich dadurch aus, dass es keinen Leistungsdruck gebe, dass jeder mitmachen könne, egal ob mit oder ohne Behinderung. Man müsse nicht sportlich sein, oder fit, denn an erster Stelle stünden der Spaß und das Miteinander, so Sedlaczek.
Er und sein Team haben viele Pläne für die Zukunft: Sie wollen eine landkreisweite Inklusionsmannschaft ins Leben rufen. Weitere Infos gibt es bei Markus Sedlaczek vom VfL.