von Redaktion

Videoüberwachung Vandalismus in Garser Kirche zieht erste Konsequenzen nach sich

„Eine ganz schwierige Geschichte“

Gars – Die Garser Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ wird seit Kurzem videoüberwacht. „Die Polizei hat uns das empfohlen“, sagt der Garser Pfarrer Pater Ulrich Bednara, es ist „ein Versuch, mit einem Problem umzugehen“. Genauer gesagt: mit Vandalismus in und um die Kirche. Und der beschäftigt derzeit auch die Polizei und den Bürgermeister.

Blaues Schild auf brauner Tür: „Dieser Bereich wird videoüberwacht“ – so lautet der Spruch darauf. Was die Sache ungewöhnlich macht, ist die Tatsache, dass der Hinweis auf einem Gotteshaus prangt. Genauer gesagt auf der Garser Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“. Der Grund ist ein unschöner: Aus den Opferstöcken wird das Geld gestohlen – mithilfe von Klebestreifen. Blumenschmuck wird ausgerissen und mutwillig zertrampelt, Kerzen werden angezündet und in der Kirche einfach irgendwo aufgestellt. Auf dem Friedhof vor der Kirche spielen Kinder Fußball, feiern Erwachsene abends oder sie grillen im Kirchhof, Hecken und Sträucher werden niedergetrampelt. Von Abendruhe könne keine Rede mehr sein, erzählen Anwohner.

„Das Kirchenviertel in Gars ist ein sozialer Brennpunkt geworden“, stellt Fritz Gottwald fest. Er ist Polizist, wohnt in Gars, kennt die Problematik, in der vieles zusammenspielt. „Es sind EU-Bürger, die nach Gars gekommen sind, weil es hier billige Wohnungen gibt. Die Bewohner wechseln häufig, nicht alle sind angemeldet, sind dann wieder weg, tauchen unter. Autos mit Kennzeichen aus allen möglichen Ländern stehen dort. Die Leute beobachten, wie nachts Autos be- und entladen werden. Eine ganz schwierige Geschichte.“

Für den Garser Bürgermeister Norbert Strahllechner ist die Situation rund um die Garser Kirche ein Riesenproblem. Die Volksgruppe aus Rumänien sei freundlich, wenn man sie auf der Straße treffe, könnte aber schnell aggressiv werden. Vor allem aber würden die Leute so etwas wie Totenruhe, Friedhofsordnung oder andere Regeln nicht kennen und seien auch sehr uneinsichtig, wenn man ihnen die Regeln erkläre. „Sie wollen in ihren Strukturen und in ihrem Verband leben.“ Was sie von den Asylbewerbern unterscheide, denn die hätten sich in Gars gut integriert.

So richtig zum Problempunkt entwickelt hat sich die Lage in den letzten Monaten. „Die Leute haben überall Kundschafter, die nach billigen Wohnungen schauen und zack sind sie da. Dann suchen sie eine Anstellung, sind im sozialen Gefüge und können Kindergeld abschöpfen“, erzählt der Garser Bürgermeister, der immer wieder auch wegen der Kinder von Bürgern angerufen wird. Wenn ältere Frauen beim Grabherrichten belästigt werden, nimmt er sein Rad, meist sind die Kinder weg bis er kommt. Wenn am späteren Abend großes Geschrei auf dem Spielplatz ist, geht er hin und schimpft die Kinder ordentlich, „was nichts hilft“, sagt er.

Die Kinder seien zwar schulpflichtig, aber oft nicht in der Schule, sagt Fritz Gottwald, der als Polizist auch damit zu tun hat und bedauert, dass die Polizei in Gars aus personellen Gründen nicht noch mehr Präsenz zeigen kann, vor allem nachts.

„Die Leute wollen nicht kapieren, dass es Ordnungssachen gibt, die man einhalten muss“, sagt der Bürgermeister und erzählt etwa von den Hunderten Zigaretten, die gegenüber dem Kfz-Betrieb geraucht würden, „wir haben schon hundertmal gesagt, dass das nicht geht“. Man habe keine Handhabe außer regelmäßigen Kontrollen, laufenden Überprüfungen. Aufregen mag er sich nicht, weil’s auch nicht hilft, er hält es mit der Devise „leben und leben lassen“ und sagt, jeder Mensch habe seine Würde. „Aber ich wundere mich, dass diese Volksgruppe heute nicht schlauer ist.“

Der Pfarrer und Dekan Pater Ulrich Bednara hat „abzuwägen, was mehr stört: eine Kameraüberwachung oder, dass in der Kirche manches nicht in Ordnung ist“. Von den Kirchgängern oder den vielen Besuchern, die wegen dem Seligen Kaspar Stanggassinger in das Gotteshaus kommen, gab es noch keine Reaktionen zur Videoüberwachung, die nun in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten des Ordinariats München installiert ist.

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