Technische Berufe begeistern nach wie vor die Jungs.
Waldkraiburg – Was 2004 als „hauseigene Berufsinfomesse“ ins Leben gerufen worden war, erwies sich in diesen 14 Jahren als äußerst hilfreiche Einrichtung. So nutzten die Neunt- und Zehntklässler, viele in Begleitung ihrer Eltern, auch heuer scharenweise die Möglichkeit, sich bei den kompetenten Vertretern von Dienstleistern, Bildungseinrichtungen und Behörden, aus Industrie und Handwerk Orientierung zu verschaffen.
Beeindruckt war so mancher von den zahlreichen Azubis, überwiegend ehemalige Realschüler, die ihre Chefs nicht nur begleiteten. Einige von ihnen hatten bereits Karriere gemacht, beispielsweise als Personalreferentin oder Ausbildungsleiter.
„Habe ich eigentlich als Versorgungs- und Ausrüstungstechniker Aufstiegschancen?“, wollte Max aus der neunten Klasse wissen. „Und welchen eventuellen Entlassungssorgen kann ich heute als Automobilverkäufer begegnen?“, fragte sein Freund nach. „Die Nachfrage nach aufgeschlossenen, einsatzfreudigen Realschülern ist nach wie vor groß und die Situation der Absolventen recht gut“, so die Kommentare von Fachbe- treuer Johannes Hofmann und seinem Team, „viele offene Lehrstellen bietet die bayerische Wirtschaft“.
In Zeiten des Fachkräftemangels müssen vor allem kleine und mittlere Unternehmen um jeden Azubi kämpfen; deshalb bilden sie ihren qualifizierten Nachwuchs inzwischen häufig selber aus.
Nach wie vor haben die bewährten Schlüsselqualifikationen wie Kreativität, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit ihre Gültigkeit und können vor Entlassungen bewahren.
Die Durchlässigkeit des bayerischen Schul- und Hochschulsystems garantiert das Zutreffen des Slogans „Kein Abschluss ohne Anschluss“. So wiesen die Berufs- und Fachschulzentren für Ernährung, Altenpflege, Ergotherapie, Musik oder Gastronomie auf ihre vielfältigen Möglichkeiten und guten Anstellungschancen hin. Stark vertreten waren Industrie und Gewerbe mit Angeboten etwa für Chemielaboranten, Elektroniker, Produktdesigner, Kunststoff- und Metalltechniker oder Fachinformatiker. Sehr gefragt, ja dringend benötigt sind nach wie vor die Bereiche Ernährung und Gesundheit sowie Pflege mit Bedarf an Lebensmitteltechnikern, Erziehern und Kinder-, Heilerziehungs- und Altenpflegern.
Eine ganze Palette von Ausbildungsberufen boten Firmen wie Baierl und Demmelhuber aus Töging, ODU aus Mühldorf, der Chemiepark Gendorf, das Gummiwerk oder Wacker Burghausen an.
Einzelne Institutionen klärten in Vorträgen über ihre Tätigkeit auf, so die Firma Manghofer über Heizungs- und Sanitärberufe, die Beruflichen Schulzentren, das Finanzamt über den Finanzwirt, MAT über Kfz- und Landmaschinentechnik, die Sparkasse Altötting- Mühldorf über die Bankkauffrau oder die Steigenberger Akademie über Hotel- und Tourismusmanagement, wobei auch immer wieder auf mögliche duale Studiengänge hingewiesen wurde.
Dass das Handwerk mehr denn je goldenen Boden hat, versuchten die Ausbildungs- richtungen Müller und Schreiner anschaulich zu demonstrieren und natürlich durften auch die Bereiche Verwaltung, Versicherung und Bürotätigkeit nicht fehlen.
Dicht umlagert von Wissbegierigen die Stände der Polizei, der Bahn und der Bundeswehr, so dass das Resümee von Fachbetreuer Johannes Hofmann recht positiv ausfiel: „Die Einstellungschancen unserer Realschüler sind mehr als gut: Es kann nicht nur jeder eine Anstellung finden, sondern seinem Wunschberuf recht nahe kommen.“fis