Stabile Versorgungszahlen und eine stabile Finanzierung

von Redaktion

Außerordentliche Mitgliederversammlung des Anna Hospizvereins gibt grünes Licht für neuen Standort Annabrunn

Waldkraiburg – Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung hatte der Anna Hospizverein im Landkreis Mühldorf (AHV) eingeladen. Neben dem Bericht des Geschäftsführers über Aufgaben und Arbeit des Vereins stand die Information und die Beschlussfassung über Einrichtung und Finanzierung des zukünftigen „Standorts Annabrunn“ im Mittelpunkt: Einstimmig wurden die Planung des Umbaus der ehemaligen Fachklinik und die Finanzierung gebilligt.

„Wir begleiten in schwerer
Lebenszeit“

Breiten Raum nahm der Bericht des Geschäftsführers Josef Hell ein. Den Leitsatz „Wir begleiten in schwerer Lebenszeit“ veranschaulichend, verstand er es, fernab von ausschließlich nüchternen Fakten, den Mitgliedern das Engagement der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Augen zu führen.

Die ehrenamtlichen Helfer, nicht notwendig medizinisch oder pflegerisch vorgebildet, so Hell, kommen aus vielen gesellschaftlichen Bereichen und helfen den Patienten, die schwer krank, in existenzieller Not und dem Tod nahe sind, möglichst viel Normalität im Alltag zu bewahren und zu tun, „was man im Leben immer gemacht hat“.

Unter dem „Dach“ des Anna Hospizvereins sind vielfältige Tätigkeiten und Aufgabenfelder angesiedelt. Der Geschäftsführer ging ein auf die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter, die Hospizbegleitung, die Trauerbegleitung der Angehörigen, die Patientenvorsorge und die palliative Beratung.

Hauptfelder der Hospizarbeit sind darüber hinaus derPalliativ medizinische Dienst (PMD) am Krankenhaus Mühldorf und die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV), die seit etwa fünf Jahren eingeführte gesetzliche Regelversorgung. Dazu kommen die Palliativsprechstunde in Haag und die Arbeit der „HospizInsel“ im Adalbert-Stifter-Seniorenwohnheim Waldkraiburg.

Hospizverein

hat ein breites

Betätigungsfeld

Die vom AHV speziell entwickelte „Zeitintensive Betreuung“ (ZIB) wurde kürzlich sogar mit dem „Deutschen Hospizpreis“ ausgezeichnet, so Hell (ausführlicher Bericht folgt). Mit dem Preisgeld wurde eine Reise einiger Verantwortlicher nach England, in das Land, in dem die Hospizidee entwickelt wurde, finanziert. In London informierte man sich im St.Joseph’s und im St.Christopher’s Hospice über die dort praktizierte Patientenbetreuung, um Erkenntnisse über zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten des Anna Hospizvereins zu gewinnen.

Nach Aussprache und Erörterung zahlreicher Argumente, die für das Projekt „Standort Annabrunn“ sprechen, billigte die Mitgliederversammlung einstimmig sowohl das Konzept als auch die Finanzierung der veranschlagten Bausumme von rund 590000 Euro.

Als nächsten Entwicklungsschritt der Arbeit des Vereins stellte der Geschäftsführer das englische Modell der „Early Integration“ vor, die möglichst frühe Einbindung der Patienten in die Betreuungsarbeit. Sie erweitere die Möglichkeiten der Behandlung und erhöhe die Lebensqualität beträchtlich, so Hell.

Als Fazit konnte Geschäftsführer Hell ein rundum positives Bild des Vereins zeichnen: Stabilen Patienten- und Versorgungszahlen stehe eine stabile, kostendeckende Finanzierung gegenüber, die sich aus Mitteln der SAPV, Beiträgen von knapp 2500 Mitgliedern, Spenden und vorhandenen Rücklagen zusammensetze.

Ein nächster Entwicklungsschritt der Arbeit des Vereins sei die „Early Integration“ nach englischem Vorbild, die möglichst frühe Einbindung der Patienten in die Betreuungsarbeit. Sie erweitere die Möglichkeiten der Behandlung und erhöhe die Lebensqualität beträchtlich.

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