Waldkraiburg – Wolfgang Wichmann, der sich selbst als Spieler bezeichnet, war am vergangenen Wochenende bei den internationalen Spieltagen „SPIEL“ in Essen, der weltweit größten Publikumsmesse für Spiele und damit dem Mekka für alle Brettspiel-Fans. Dort ist der gelernte IT-Fachmann bestens bekannt und kann sich stets mit Spielen für Kinder und Jugendliche ausstatten.
„Die Bayern kommen immer in den Genuss der neuesten Spiele“, sagte Wichmann in der Stadtbücherei. Die hatte er auch alle dabei und breitete sie auf einem großen Tisch aus. Hier konnten sich die Kinder bedienen und nach Herzenslust spielen. Dabei kam der 75-Jährige zu allen Tischen und erklärte geduldig die Spielregeln. Er kannte sie alle.
„Die Kinder finden das toll. Vor allem, dass er auch immer ein paar Tricks und Kniffe parat hat“, sagte die Leiterin der Stadtbücherei, Bianca Mertin. Das bestätigten Jennifer (11 Jahre), Hanna-Maria (12) und Sarah (11), die gerade das vierte Spiel in Angriff nahmen. Sie sind zum ersten Mal bei dem Spieletag der Stadtbücherei, finden es aber „ziemlich cool“. Alle drei sagen, dass sie zu Hause auch lieber Brettspiele spielen. Ihr Lieblingsspiel haben sie an diesem Vormittag auch bereits auserkoren. Es heißt „Grusel-Grütze“ und gefällt ihnen vor allem wegen der vielen bunten Farben.
Bianca Mertin freut sich, dass Wolfgang Wichmann schon viele Jahre zu ihnen kommt. Anfang der 2000er vermutet Wichmann, dass er das erste Mal in Waldkraiburg war. Genau weiß er es gar nicht mehr. Immer hat er viele Spiele im Gepäck, um sie den Kindern vorzuführen. Das ist für die Eltern auch immer interessant, schließlich ist es nicht mehr lange hin bis Weihnachten.
Dabei achtet Wolfgang Wichmann darauf, dass es Spiele sind, die einfach zu erklären und zu verstehen sind, und Spiele, die nicht länger als 45 Minuten dauern. „Die Kinder sollen mehrere Spiele ausprobieren können“, so seine Begründung. Das hat auch der siebenjährige Tommy genutzt. Er hat sich gleich das „Spiel des Jahres“ geschnappt und testet es mit seiner Oma. Bei „Funkelschatz“ geht es darum, möglichst viele Edelsteine einzusammeln. Nach rund einer halben Stunde hat er 37 ergattert, deutlich mehr als seine Oma, die mit 28 vorliebnehmen muss. Tommy freut sich über den Sieg und saust los, um nach einem anderen Spiel Ausschau zu halten. Zu Hause ist sein Lieblingsspiel „Tempo, kleine Schnecke“.