19. Heft

Die Wurzeln erforschen

von Redaktion

30 Jahre Förderverein Stadtmuseum – ein Grund zum Feiern. Und zurückzuschauen. Die Gruppe versteht sich auch als Förderer der lokalen Geschichtsforschung und bewahrt das Wissen von Zeitzeugen, die immer weniger werden, für die Nachwelt.

Waldkraiburg – Das Stadtmuseum spiegelt die noch junge, aber sehr interessante Geschichte der Stadt wider. Der Förderverein ist nicht nur als Unterstützer des Museums und Bewahrer des Kulturguts der Vertriebenenstadt angetreten. „Unser Waldkraiburg“ heißt die Schriftenreihe, in der die lokalen Geschichtsforscher immer wieder Erstaunliches und neue Blickwinkel präsentieren. Im Gespräch mit Stadtarchivar Konrad Kern und dem Vorsitzenden Joachim Hellwig machen sie klar, dass es ihnen darum geht, ein Bewusstsein für die Stadtgeschichte zu wecken.

Worin sehen Sie die besonderen Leistungen des Vereins seit der Gründung?

Konrad Kern: Die Initialzündung war wohl das Kümmern um das Haidaer Archiv, was schließlich unter der ständigen Mitarbeit von Erika Rahnsch zur Grundsteinlegung für das Glasmuseum führte und den Anstoß gab zum Museum der Stadtgeschichte. Zu all dem leistete der Verein nicht nur umfassende Sammelarbeit, sondern unterstützte auch finanziell recht tatkräftig. Die Bewusstseinsbildung zu unserer Stadtgeschichte ist das erklärte Ziel.

Gibt es Schwierigkeiten in der Arbeit des Vereins, auch hinsichtlich der Mitgliedersituation?

Joachim Hellwig: Wie jeder Verein müssen wir uns um Mitglieder bemühen. Doch wir können auf die stolze Zahl von 127 verweisen, davon kamen in den vergangenen beiden Jahren 15 neu dazu. Unsere „Jungen“ sind die Mitglieder zwischen 50 und 60.

Worin sehen Sie in Zukunft Ihre vorrangigen Aufgaben?

Kern: Als Archivar kann ich Lokalgeschichte breit in die Öffentlichkeit tragen und dies beispielsweise auch durch Ausstellungen präsentieren.

Hellwig: Die Arbeit im Verein hat sich geändert. Hat man jahrzehntelang Gegenstände gesammelt, wie etwa Gläser, ist es jetzt unsere Aufgabe, Lokalgeschichte zu dokumentieren. So haben wir die Skulptur „Glasbläser mit Formhalterin“ der Bildhauerin Christa Brunotte retten können und wir bemühen uns intensiv um einen sichtbaren Hinweis auf unser Glasmuseum.

Herr Hellwig, Sie als Naturwissenschaftler – wie sehen Sie als Vorsitzender Ihre Rolle in dem geschichtlich geprägten Verein ?

Hellwig: Ich kam 1958 als Spätaussiedler aus Oberschlesien. Mit Beginn meines Ruhestandes hatte ich deutlich mehr Zeit, meinen Wurzeln nachzugehen. Geschichte insgesamt bekam einen größeren Stellenwert und seit 50 Jahren konnte ich die Entwicklung Waldkraiburgs hautnah miterleben. Dazu habe ich in Elke Keiper und Konrad Kern zwei Ansprechpartner mit profunden Kenntnissen.

Kern: Und was unseren Vorsitzenden besonders auszeichnet: Schon als Leiter des Gymnasiums war sein Grundsatz: „Wenn ich etwas anpacke, dann knie ich mich auch voll rein!“ Und das kommt unserem Verein natürlich zugute.

108 Seiten

Aus der Schriftenreihe „Unser Waldkraiburg“ stellt Stadtarchivar Konrad Kern das 19. Heft vor, das 108 Seiten und 155 Abbildungen umfasst. Folgende Themen werden behandelt: Flur- und Kunstdenkmale in Waldkraiburg, „Von Wüstrei nach Pürten“, „Von St. Erasmus bis nach Kamerun“, Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Die Präsentation findet statt am morgigen Sonntag um 15 Uhr im kleinen Saal im Haus der Kultur.

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