Kraiburg – Vater Horst Schmidt hat 1982 den Betrieb gegründet, noch im gleichen Jahr stieß sein Sohn, Reiner Schmidt, damals der jüngste Kfz-Meister Deutschlands, dazu und jetzt ist auch Enkel Florian mit dabei. Er hat im Herbst 2018 erfolgreich seine Meisterprüfung absolviert und ist in den Familienbetrieb zurückgekehrt.
Nicht ohne
seine Frau
Wenn Horst Schmidt durch den Betrieb in der Industriestraße geht, kann er zurecht stolz sein, was er und seine Familie geschafft haben. Der mittlerweile 78-Jährige ist nicht mehr ins Tagesgeschäft eingebunden, er hilft da und dort, räumt aber ein, dass die Sache mit dem Computer nicht mehr sein Ding ist. „Der Opa macht kleinere Sachen, die keiner sieht, die aber nützlich sind“, beschreibt es Enkel Florian und nennt beispielsweise eine Rampe für den Reifencontainer, die Horst Schmidt zusammengebaut hat.
Er erinnert sich noch gut, wie alles angefangen hat: Er war viele Jahre Werkstattmeister beim Autohaus Scheidl in Waldkraiburg. Irgendwann „hatte ich der Frau Reimer in einem Gespräch – eher aus Spaß – zugesagt“, dass „ich die Werkstatt ihres Mannes in Kraiburg übernehmen werde“. Als dieser starb, kam dessen Frau auf Horst Schmidt zu und erinnerte ihn an sein Versprechen.
„Wenn ich etwas verspreche, dann halte ich es auch“, so Schmidt senior. So gründete er 1982 die Auto- und Zweiradwerkstatt Schmidt. Er hatte einiges an Zeit und Geld investieren müssen, um die Werkstatt aufzubauen. „Ich hätte ein leichteres Leben gehabt, wenn ich das nicht gemacht hätte“, meint er rückblickend.
Dabei sagt er auch, dass es nicht gegangen wäre, wenn seine Frau nicht mitgezogen hätte. Dabei war es für die weitere Entwicklung der Werkstatt schon hilfreich, dass sein Sohn Reiner Schmidt noch im gleichen Jahr mit in den Betrieb miteingestiegen ist. Für den heute 55-Jährigen war klar, dass er Automechaniker werden will. „Als wir Burschen waren, haben alle meine Freunde und ich an unseren Mopeds herumgeschraubt, da gab es nix anderes“. Daher gab es für ihn auch nichts anderes, als nach der Schulbank in die Werkstatt zu wechseln. Nach der Ausbildung war für ihn gleich klar, dass er nicht fremdarbeiten will. So war es praktisch ein Wink des Schicksals, als sein Vater die Werkstatt eröffnete.
1990 ist der Betrieb dann an den heutigen Standort in der Industriestraße umgezogen, wo die Familie auch lebt. Dort wurde Enkel Florian Schmidt offensichtlich von dem Schraubervirus befallen.
„Wenn man über einer Werkstatt wohnt und immer durch die Werkstatt gehen muss, dann bleibt es nicht aus“, sagt der 23-Jährige, für den es nie eine Frage war, was er werden will. Allerdings wollte er seine Ausbildung nicht zu Hause absolvieren. Er ging zum Porschezentrum nach München, wo er auch noch zweieinhalb Jahre als Geselle blieb. Um den beruflichen Horizont zu erweitern, machte er auch ein Praktikum in einer Lackiererei, bevor er den Meisterweg in Angriff nahm.
„Ich fand es gut, dass ich Einblick in einen anderen Betrieb bekomme“, sagt Florian Schmidt und sein Vater Reiner bestätigt ihn dabei. Seit Oktober ist nun auch Florian Schmidt in der Werkstatt seiner Vaters und Großvaters, die seit 2006 eine freie Werkstatt ist.
Dabei hat er schnell festgestellt, dass die deutlich kleinere heimische Werkstatt technisch sehr gut ausgestattet ist. Damit kann man punkten. „Ohne PC und Internet können wir die Tore runterlassen“, beschreibt es der Junior. „Früher wurde repariert, heute wird programmiert“, ergänzt Vater Reiner.
Quasi als zweites Standbein hat sich das Autohaus Schmidt auf E-Bikes spezialisiert. „Das passt zum Thema Elektromobilität, die heute in aller Munde ist“, so Reiner Schmidt. Nach der Zukunft befragt, meinen die Drei übereinstimmend, den Wunsch nach Mobilität wird es immer geben. Das sei eine Form von Freiheit. Eher altmodisch, aber deshalb nicht schlecht ist die Einstellung den Kunden gegenüber: „Wir müssen ehrlich mit den Leuten umgehen und dafür sorgen, dass sie zufrieden unser Haus verlassen“, bringt es Reiner Schmidt auf den Punkt.