„Komodo“ ist ein Crack. Künstliche Intelligenz, die den Königsangriff blitzartig inszeniert. Der Überraschungsangriff geht auf den Komodowaran zurück. Die Riesenechse steht auf Sonntagsbraten und reißt Wildschweine oder Hirsche. Auch kleine Säugetiere landen in ihrem Wanst. Die Jagd auf große Säugetiere wird durch ein in spezialisierten Drüsen im Unterkiefer produziertes Gift unterstützt. Das verringert die Blutgerinnung und verursacht einen Schock.
Entflohene Beute kann an diesem Gift auch noch nach Tagen zugrunde gehen. „Komodo“ erlegt den Gegner anders: am Schachbrett. Da fließt kein Blut. Dafür Schweiß und Tränen. Am Ende lohnt es sich, ein so genialer Entwickler zu sein und als einer der Väter von „Komodo“ zu gelten. Denn damit kann man Weltmeister werden. Wie Erdogan Günes. Der Waldkraiburger darf sich „World Computer Chess Speed Champion 2018“ nennen. Dem mehrfachen Champ wird es nicht langweilig, denn die künstliche Intelligenz macht so schnelle Fortschritte, dass es eine Herausforderung wird, sie im nächsten Jahr wieder zu toppen.
Top-Leistungen sind es leider nicht gerade, mit denen der EHC Waldkraiburg gerade von sich reden macht. Die Eishockey-Truppe hat derzeit eine Pleiten-, Pech- und Pannen-Serie und fast wirkt es so, als wäre es allein Rainer Zerwesz, der sie trainieren kann. Vielleicht können sie sich hochziehen an der Personalie Fabio Pfohl, der beim EHC als kleiner Bub anfing und jetzt sein erstes Länderspiel in der Eishockey-Nationalmannschaft im Deutschland-Cup hatte. Der 23-Jährige gilt als bester Nachwuchsstürmer Deutschlands und ist dieses Wochenende noch zweimal in Krefeld auf dem Eis zu bewundern. Der Waldkraiburger entstammt einer eishockeyverrückten Familie. Sein Papa Robert war ein Vierteljahrhundert eine EHC-Legende, sein Opa war Eismeister und der Onkel saß im Löwen-Vorstand. Und sein Cousin Lukas Wagner stürmt für die Waldkraiburger in der Oberliga. Pfohl darf die Eishackler stolz machen, ebenso wie Zerwesz und Christoph Ullmann es tun.
Wer Kufen auf dem Eis in Waldkraiburg sehen will, kann dieses Wochenende kein Eishockey in der Raiffeisen-Arena erwarten. Wegen des Deutschland-Cups gibt es kein Spiel. Dafür gehört das Eis grazilen Wesen, die kein Gitter und keinen Mundschutz tragen, dafür tierischen Kopfschmuck. Na gut, der ein oder andere Löwe im Plüschkostüm wird dabei sein, wenn die VfL-Eiskunstlaufsparte heute, Samstag, um 16.30 Uhr die Manege frei gibt, für den „Circus on Ice“. Auch hier gibt es einen wichtigen Namen, der zu nennen ist: Anna König. Seit 25 Jahren trainiert sie in Waldkraiburg die Eiskunstläufer. Lustig wäre es zu sehen, ob man nicht den ein oder anderen Eishockey-Spieler in so einer Eisrevue gebrauchen könnte. Zum Beispiel als Muskelmann im rot-weiß geringelten Overall. Dann bräuchten sich die kleinen Mädchen keine Schaumstoffmuskeln umschnallen und Filzbärtchen aufkleben. Im „Movember“ tragen Eishockey-Spieler ja traditionell Moustache. A gmadhde Wiesn, würd` ich sagen.Andrea Klemm