Damm nicht für HQ300 gemacht

von Redaktion

Aussage „Thema Hochwasser ist für alle erledigt“ bezog sich auf Bebauungsplan

Kraiburg – Der Bericht aus dem Kraiburger Gemeinderat, in dem Bürgermeister Herbert Heiml sagte, das „Thema Hochwasser ist für alle erledigt“, hat für Irritationen beim Wasserwirtschaftsamt gesorgt.

Heiml bezog sich mit seiner Aussage auf den Bebauungsplan Bruckhäusln. „Das Problem HQ100 ist gelöst durch den Dammbau, es kann gebaut werden, Thema erledigt“, präzisiert er auf Nachfrage der Heimatzeitung. In der „aufgepeitschten Atmosphäre“ der Sitzung sei dies nicht konkret genug formuliert gewesen.

Dem Wasserwirtschaftsamt ist es wichtig, zu betonen: „Hochwasserschutz brauchtimmer Eigenvorsorge“. Paul Geisenhofer, leitender Baudirektor, sagt, ein technischer Hochwasserschutz schaffe keine absolute Sicherheit. „Es gibt keinen absoluten Schutz, nur einen definierten Schutz für ein großes Hochwasser, für HQ100“, so Geisenhofer. Dafür sei der neue Damm in Kraiburg konzipiert.

Jedoch wisse man inzwischen, dass es noch größere Hochwasser geben kann. Er spricht gar von einem dreihundertjährlichen Hochwasser. Wenn das den Damm überströme, hafte das Wasserwirtschaftsamt nicht. Die Arbeiten an den Hochwasserschutzanlagen werden Ende des Jahres fertiggestellt sein. Die Böschung ist flach, könne von landwirtschaftlichen Maschinen befahren werden und sorge für eine sehr hohe Wirkung.

„Kraiburg wird bis zu einem mittelgroßen Hochwasser des Inns geschützt sein, das statistisch betrachtet im Mittel alle hundert Jahre erreicht wird. Die Hochwasserschutzdeiche und -mauern bieten der Bevölkerung einen soliden Grundschutz. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch künftig Hochwasserereignisse geben wird, für die dieser Schutz nicht ausreicht.

Auch die Klimaänderung wird zu einer Zunahme der Extremereignisse führen“, sagt Geisenhofer.

Besiedelte Bereiche des Marktes Kraiburg hinter den Hochwasserdeichen werden deshalb auch weiterhin Risikogebiete bleiben. Das Wasserwirtschaftsamt empfiehlt daher den Hauseigentümern und Bauwilligen, Maßnahmen zur Eigenvorsorge zu ergreifen. Speziell durch eine hochwasserangepasste Bauweise und Nutzungen können künftige Schäden reduziert werden. Verbleibende Risiken können durch eine Elementarschadensversicherung abgefangen werden. Auch unter dem Aspekt, dass auch bei Starkregen mit lokalen Überschwemmungen zu rechnen ist, sind Maßnahmen zur Eigenvorsorge immer sinnvoll, ergänzt er.

Bürgermeister Heiml erinnert an seine Bemühungen, den Damm zu verwirklichen, die inzwischen schon sechs Jahre dauern. Er ärgert sich über unfaire Kritik, er habe nicht genug unternommen. Darauf hatte er auch in der Sitzung Bezug genommen. Dies erkläre auch die aufgeheizte Stimmung.

Er lobte die erheblichen Maßnahmen, die das Wasserwirtschaftsamt am Wanklbach durchführe, um Rückhaltebereiche freizulegen. Schon vor der Hochwasserkatastrophe im niederbayerischen Simbach sei dies auf seiner Agenda gewesen. In Bezug auf die Menschen, die im Bereich das Dammes oder bauen wollen sagte er, jeder müsse im Hinterkopf haben, dass er in einem künstlich geschützten Gebiet wohne.

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