Akustik-Event: Wenn Physikschüler Musik machen

von Redaktion

Fächerübergreifend: P-Seminar des Gymnasiums studiert auf selbst gebauten Instrumenten Stücke ein und organisiert Konzert

Waldkraiburg – Es übertraf sich selber, das P-Seminar Physik des Gymnasiums. Mit einer äußerst vielfältigen Musik-, Tanz- und Gesangsshow bewies es vor allem Freude am Experimentieren und belohnte sich gleichsam selber und das Publikum mit einem außergewöhnlichen Abend.

Schon vom ersten Ton an wippten nicht nur die kleinen Besucher zu den Ohrwürmern des Medleys aus dem „Dschungelbuch“ heftig mit, dargeboten von der Big Band mit dominierenden Schlagzeugern unter Leitung von Sonja Funiok. Gefühlvoll und stark zeigte sich anschließend Frank Distler mit den Basher- Songs „The Anchor“ und den „Two Evils“.

Dass das P-Seminar in seiner Zusammenarbeit mit der Eichendorff-Schule einen guten Griff getan hatte, zeigte der Auftritt von Franz Nadlers „Bragada“, inzwischen längst eine Institution in Waldkraiburg und einem weiten Umfeld: Sie ließen die Schulaula in ihren Grundfesten erzittern, „so richtig ,Heavy Metal‘!“, wie der Bandleader augenzwinkernd kommentierte. Ausdrucksstark vorgetragen, danach die Eigenkomposition „Stay a Real Friend“ von Philippa Kinsky aus ihrem ersten Album „Inspire“, die sie zusammen mit ihrem Papa darbot. Ein weiteres Ergebnis schulübergreifender Verbindungen des P-Seminars war der Auftritt des Eber- hartinger Kinderchors StimmFUNix“ unter der Leitung von Denise Weise mit ihrem einfühlsamen „Adiemus“, dem sie eine zweite Darbietung als „Boom Tschak Gang“ mit bunten Röhren folgen ließen.

Ein erster Höhepunkt deutete sich an, als Moderator Robert Wolf die Drumline des Grafinger Jugendorchesters ankündigte, die ihrem Ruf gerecht wurde: Das fetzige Drumset sprühte nur so vor Freude und Leidenschaft und riss das Publikum mit. Die Zusammenarbeit mit den Grafingern ist Hannah Kreck zu verdanken, jahrelang Gesangssolistin der Schule und Abiturientin 2018. Ihr ureigener Song „Dahoam“ bedarf keiner weiteren Interpretation: „Heimat is a Gfui“, das sie auch lebte.

Anschließend die mit Spannung erwartete Uraufführung der 15 Cajons, hölzernen Schlagwerkzeugen, unter der Seminarleiterin Physik Christine Kreck zusammen mit den Schülern und ihrem Mann Willi gebaut. Vor zwei Jahren hatte diese Teamarbeit begonnen, die physikalische Kenntnisse, handwerkliche Tätigkeit und Musik vorbildlich vereinigte. Und der Auftritt konnte sich hören lassen.

Nach dem Ausflug von „Bragada“ nach Brasilien mit gekonnt eingesetztem Rhythmuswechsel folgte das Ergebnis eines weiteren außerschulischen Kontakts. Die Gruppe „Fresh and Freaky“ des FTZ Mühldorf lud mit ihrem Tanz zum Mitswingen ein. Einen ganz anderen Akzent trug Franz Lohr bei, von Co-Moderatorin Lerinda Breite angekündigt als „bayerische Trommel“: Kurz und knackig legte er zwei Schuhplattler aufs Parkett.

Wahre Begeisterungsstürme zwischendurch immer wieder bei den Auftritten der Grafinger „Drumline“, die nicht nur mit sehr kräftigen Tönen einheizten, sondern auch zart und behutsam mit ihren Trommelstöcken umzugehen verstanden. Ihnen ließ Hannah Kreck ihr überzeugendes „I am looking for your eyes“ folgen. Den Schlusspunkt setzte das „Stand up and shout“ der Big Band zusammen mit den Cajons, die anschließend noch ein gemeinsames Stück mit „Bragada“ folgen ließen.

„Die P-Seminare müssen weitergehen, denn sie setzen – nicht nur bei den jungen Leuten – Energien frei. Sie knüpfen aber auch wichtige fruchtbare Verbindungen!“, so Oberstudiendirektor Gerhard Wittman nach seinem Dank an die Sponsoren, alle Mitwirkenden und das begeisterte Publikum. fis

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