Aschau/Waldkraiburg – „Dieses Bürgerbegehren bedeutet Stillstand“, steht auf dem Flyer der Aschauer Bürgerinitiative fürs interkommunale Schwimmbad. „Die Gegner sind vielleicht lauter, aber nicht mehr als die Befürworter“, ist Stefanie Wintersteiger überzeugt. Der Bürgerentscheid, den die Neubau-Gegner angestoßen haben, findet in Aschau am Sonntag, 16. Dezember, statt.
Wintersteiger ist eine der Initiatoren und macht sich für das gemeinsame Schwimmbad an der Gemeindegrenze mit Waldkraiburg stark. „Es gibt keine vernünftigen Argumente gegen dieses Projekt.“
Gestern Nachmittag hat sie andere Eltern und rund 50 Kinder zusammengetrommelt, um ein ausdrucksstarkes Foto für die neuen Flyer, die an alle Haushalte verschickt werden, zu machen.
Wer sich ein Schwimmbad wünscht, soll am 16. Dezember „Nein“ beim Bürgerentscheid ankreuzen. Denn gefragt wird: „Sind Sie gegen den Neubau eines Schwimmbades durch die Gemeinde Aschau mit der Stadt Waldkraiburg?“
Die junge Mutter betont, der Standort nahe des Kreisverkehrs sei ideal, weil er gut zu Fuß und über den durchgehenden Radlweg zu erreichen sei. „Günstiger bekommen wir kein Schwimmbad in Aschau“, erklärt sie (kalkuliert wird derzeit mit circa elf Millionen Euro Gesamtkosten, davon muss Aschau 1,6 Millionen Euro plus jährlich laufende Kosten von maximal 60000 Euro von 420000 Euro übernehmen, Anm. d. Red.). Das Naturbad, zu dem es vor einigen Jahren eine Bürgerbefragung durch die Gemeinde gab, bekam keinen Platz im Ort, ergänzt Stefanie Steeger. „Keiner wollte den Freizeitlärm in seiner Nachbarschaft haben, darum konnte man sich auf keinen Standort einigen. Die Lage für das interkommunale Bad am Waldrand ist perfekt.“ Außerdem wäre das Naturbad von der Wasserfläche viel kleiner geplant worden und für Aschau nicht billiger gewesen.
Die Frauen appellieren an die Unentschlossenen. „Auch wenn Ihr selbst nie schwimmen geht, denkt an Eure Kinder und Enkel.“ Oft habe sie unter Aschauern gehört, sie seien eigentlich für das gemeinsame Bad, trauen es sich jedoch nicht, das so kundzutun. Denen wolle man nun einen kleinen Schubs geben.
Eine Mutter kritisiert die Vorgehensweise, wie die Unterschriften für das Bürgerbegehren zustande kamen. „Die Leute wussten teilweise nicht, was sie unterschreiben, es war auch vom Bau eines Naturbades die Rede. Das war nicht astrein“, findet sie. Ärgerlich sei die „Hauruck-Aktion Bürgerbegehren“, weil man damit verhindert, dass Zahlen und damit eine echte Entscheidungsgrundlage auf den Tisch kommen.
Wintersteiger ruft die Bürger auf, an die Zukunft zu denken. Dieses Bad habe riesiges Entwicklungspotenzial auf die nächsten 20 Jahre gesehen. Sie sprach etwa eine Sauna- und Wellnesslandschaft an. „Ein interkommunales Schwimmbad wertet unseren Wohnort auf – und auch den Wirtschaftsstandort. Ich habe mit den Aschauer Firmenvertretern gesprochen, die sind unserer Meinung.“kla