Waldkraiburg – Der Geh- und Radweg zwischen Neutraublinger- und Daimlerstraße im Gewerbegebiet ist gesperrt. Seit einigen Tagen laufen die Fällarbeiten auf dem Areal.
Die Firma Netzsch bereitet die Osterweiterung des Werks II an der Geretsrieder Straße vor und setzt damit ein klares Zeichen für den Verbleib am Standort Waldkraiburg. Über 200 Parkplätze sollen hier entstehen. Das Unternehmen, das mit seinen Pumpen in seinem Marktsegment eine weltweit führende Stellung hat und unter anderem im Ölgeschäft erfolgreich ist, beschäftigt in Waldkraiburg rund 650 Mitarbeiter.
Schon vor mehreren Jahren hatte die Firma eine Grünfläche im südöstlichen Bereich erworben. Damals habe es noch keine konkreten Planungen für die Erweiterung des Werks in der Geretsrieder Straße gegeben, sagt Martin Kalleder, der bei Netzsch für das Facility- und Gebäudemanagement zuständig ist.
Mittlerweile laufen die Planungen für den Ausbau an der Geretsrieder Straße. „Der Standort Waldkraiburg steht nicht mehr in Frage“, so Kalleder. Nach der Entscheidung gegen einen Umzug auf das Schletter-Gelände bei Haag fokussieren sich die Zukunftsplanungen auf das Gelände an der Geretsrieder Straße.
Kalleder ist damit beauftragt, eine zukunftsfähige Lösung auf diesem Areal zu entwickeln. Unter schwierigen Rahmenbedingungen. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass es für die Zusammenführung der drei bestehenden Waldkraiburger Werke ein zusammenhängendes Grundstück mit etwa 100000 Quadratmetern brauche.
Gutachten zum Schallschutz in
Auftrag gegeben
Das Netzsch-Gelände an der Geretsrieder Straße hat 65000 Quadratmeter. Um die bauliche Nutzung des Gesamtgrundstücks um etwa 15 Prozent erhöhen zu können, braucht es die Erweiterung nach Osten um rund 10000 Quadratmeter, die derzeit vorbereitet wird. Auch das Thema Immissionsschutz will die Firma damit in Griff kriegen.
Zwei Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund: die Verlagerung der Pkw-Parkplätze der Nachtschicht auf die von der Wohnbebauung abgewandte Ostseite des Areals und die Nachrüstung der Lüftungssysteme.
Ein Immissionsschutzgutachten soll den Nachweis führen, dass der Industriebetrieb, der im Drei-Schicht-Betrieb arbeitet, die Vorgaben zum Schallschutz auch nachts einhält. Selbst wenn der Lieferverkehr tagsüber weiterhin über die Geretsrieder Straße abgewickelt würde. Bisher ist dieser Verkehr in allen drei Werken in Waldkraiburg werktags auf die Zeit zwischen 7 und 17 Uhr beschränkt.
Eine Montage, Lager- und Logistik-Halle sollen nach den Plänen des Unternehmens zum Bestand an der Geretsrieder Straße hinzu kommen. Derzeit läuft der Versand ausschließlich über das Werk I in der Liebigstraße, das heute von einem Wohngebiet umgeben ist und „als Störfaktor empfunden wird“ (Kalleder). Nicht nur die Produktion könnte von dort verlagert werden, auch der Vertrieb. Am Standort an der Geretsrieder Straße ist ein neues Bürogebäude im Gespräch.
Zur Entwicklung des Standortes und zum Zeithorizont macht der Gebäudemanager keine näheren Angaben.
Zunächst werde ein Industrieplaner beauftragt, ein Konzept zu erstellen, wie die Materialflüsse und Prozesse auf dem Werksgelände optimiert werden können.
Die Fällarbeiten im Grünstreifen zwischen Neutraublinger und Daimlerstraße wurden vorgezogen, um mit dieser Maßnahme nicht in die Brutzeit zu kommen. Die Rodung der Fläche wird folgen, sobald im nächsten Jahr die Änderung des Bebauungsplanes beschlossen und Baurecht geschaffen ist. Dann wird die Firma an den Bau der geplanten Park-Allee mit 224 Parkplätzen im Osten des Werksgeländes gehen, der laut Kalleder Ende 2019 abgeschlossen sein soll.
Über 40 große Laubbäume, die Schatten und Sauerstoff spenden, werden auf dem Parkplatz gepflanzt. Zu diesem ökologischen Umbau habe sich das Unternehmen verpflichtet.
Auch Fußgängern und Radfahrern wird die Verbindung wieder zur Verfügung stehen. Auf Kosten der Firma soll ein zweieinhalb Meter breiter wassergebundener Sandweg unversiegelt angelegt, mit einer LED-Beleuchtung versehen werden und öffentlich zugänglich bleiben. Winterdienst und Verkehrssicherungspflicht übernimmt Netzsch.
In diesem Bereich laufen auch einige wichtige Versorgungsleitung der Stadtwerke, die nach Einschätzung der Stadt zum Teil verlegt werden müssen. Auch das auf Kosten des Unternehmens.
Nach Abschluss der laufenden Holzarbeiten bis zum Beginn des Ausbaus im Sommer wird der bestehende Weg voraussichtlich noch einmal vorübergehend von Januar bis Juli geöffnet sein, so Kalleder.