Stadt steht hinter Tierheim-Neubau

von Redaktion

Der Stadtentwicklungsausschuss steht hinter dem Neubau des Tierheims am neuen Standort nähe Innthal. Mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes und der Änderung des Flächennutzungsplanes sollen baurechtlichen die Weichen dafür gestellt werden. Der Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen, dass die Stadt die Planungskosten trägt.

Waldkraiburg – Das Tierheim am bestehenden Standort muss aus verschiedenen Gründen zeitnah durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt werden. Der Tierschutzverein Waldkraiburg und Umgebung, der die Tierherberge betreibt, hat deshalb – mit finanzieller Unterstützung der Stadt – bereits ein Grundstück erworben. Das gut 25000 Quadratmeter große Areal liegt zwischen Innkanal und Inn in der Nähe des Weilers Innthal.

Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, machte deutlich, dass dies „kein leichtes Verfahren sein wird“. Das Projekt befindet sich im Außenbereich. Derzeit ist das Grundstück im Flächennutzungsplan als „Fläche für Landwirtschaft“ ausgewiesen. Um das Vorhaben verwirklichen zu können, muss das Areal in ein „Sondergebiet Tierheim“ umgewidmet werden.

Bei 10:1 Stimmen sprach sich der Ausschuss mit klarer Mehrheit dafür aus, das notwendige Änderungsverfahren einzuleiten. Auch die Aufstellung eines Bebauungsplanes wurde beschlossen. Franz Belkot stimmte in beiden Fällen dagegen, weil viele Bürger im Inntal das Tierheim an diesem Standort ablehnen.

Einig waren sich die Mitglieder des Ausschusses darin, dass die Planungskosten bei diesem gemeinnützigen Projekt die Stadt übernehmen sollte.

Beteiligt sich die Stadt an den

Ausgleichsflächen?

Noch nicht festgelegt hat sich der Ausschuss darauf, ob die Stadt auch die Kosten für die notwendigen Ausgleichsflächen übernimmt. Darüber wird erst beim Billigungsbeschluss endgültig entschieden. Größe und Art der notwendigen Ausgleichsflächen werden im Lauf des Verfahrens fixiert.

Skeptisch äußerte sich CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr. Wegen der Größe des Grundstücks habe er „Bauchschmerzen“. Die Frage sei auch, welche Auswirkungen dies auf das Ökokonto der Stadt habe. Ähnlich zurückhaltend äußerte sich UWG-Sprecher Frieder Vielsack. Eine Fifty-fifty-Lösung kann er sich vorstellen. „Dabei muss es bleiben, es darf kein Fass ohne Boden werden.“

Eva Köhr (CSU) sprach sich ebenfalls für eine Fifty-fifty-Aufteilung aus. Sie verwies zudem darauf, dass auch auf dem Grundstück selbst noch Ausgleichsflächen möglich seien. Auch darüber hinaus müsse die Stadt das Tierheimprojekt unterstützen und insbesondere an andere Gemeinden herantreten. „Ich sehe nicht ein“, so Köhr, „dass die anderen Gemeinden ihre Tiere nach Winhöring geben“. Andreas Knoll (SPD) schloss sich an.

Bürgermeister Robert Pötzsch ist nach Gesprächen mit Bürgermeisterkollegen optimistisch, Nachbargemeinden „ins Boot holen zu können“. Zuvor müssten entsprechende Schritte eingeleitet werden.

Gerd Ruchlinski (SPD) und Ulli Maier (UWG) sehen keinen Spielraum dafür, dass die Stadt die Ausgleichsflächen schafft. „Da müssen uns die anderen Kommunen helfen“, so Maier.

Manuela Gyimes, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, freut sich über die Beschlüsse des Gremiums. Der Verein arbeitet seit gut zwei Jahren daran, die Finanzierung des Projekts auf die Beine zu stellen. Erste Sponsoren und Spender sind gefunden, es gab bereits mehrere Benefiz-Aktionen und Veranstaltungen.

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