Im Brennpunkt eine App

von Redaktion

Die kritische Phase der Informationsgewinnung bei Ausbruch eines Feuers oder bei einem Notfall kennt jeder Feuerwehrmann. Eine neue App, „Ikat“, verkürzt diese Phase, indem sie Informationen in Sekundenschnelle zur Verfügung stellt.

Waldkraiburg – „Ikat“ ist eine Abkürzung für das etwas sperrige Wort Infrastrukturkataster. Gemeint sind damit die Daten, auf die die Feuerwehren bei einem Einsatz zugreifen. Und „Ikat“ bezeichnet eine App, die die Feuerwehren unterstützt.

Von außen sieht es so aus: Es brennt irgendwo. Laut heult die Sirene. Die Feuerwehr erscheint, vieles passiert gleichzeitig und dann werden Leute gerettet, werden Brände gelöscht.

Wieviel gut organisierte Arbeit dahinter steckt, davon konnte man sich am Abend des Vortrages von Mark Reitmeier von der Firma „Ikat“ ein Bild machen. Er kam ins Feuerwehrmuseum.

Schon lange bevor es irgendwo brennen könnte, oder zu einem Notfall kommt, beginnt die Arbeit der Feuerwehrleute. Sie machen sich mit den örtlichen Begebenheiten vertraut. Dazu gehören zum Beispiel Lagepläne der örtlichen Betriebe, inklusive Fluchtwege. Denn, wenn es brennt, beginnt die sogenannte „Chaosphase“. Das ist die Zeit von der Alarmierung, bis die Feuerwehr vor Ort ist.

Jetzt ist rasche Information entscheidend. Es müssen sofort Pläne gelesen werden, es ist nicht klar, ob und wo zum Beispiel bei einem Altenheim, bettlägerige Patienten betroffen sind, welche Gebäude danebenliegen, ob das Gelände in einem bestimmten Radius abgeriegelt werden muss, wo die Wasserversorgung ist und vieles mehr.

Mit der App „Ikat“ sind diese so wichtigen Informationen sofort verfügbar. In ihr sind viele technische Daten zusammengefasst. Alles was analog in Papierform vorliegt, soll im Vorfeld erfasst werden, so dass die Informationen während der Fahrt zum Einsatzort am Tablet abgerufen werden können. Die Daten liegen offline vor und sind mit einem Zugangscode gesichert.

„Ikat“ wird in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aufgebaut. Sie beschaffen die Daten vor Ort, die „Ikat“ dann digitalisiert. Über die Planungsdaten, wie Luftbilder, Bebauungspläne hinaus, werden auch Umgebungsdaten wie Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete oder die Fließrichtung von Flüssen erfasst. Ebenso Daten aus dem Brand- und Katastrophenschutz, wie Notunterkünfte in Schulen, Rettungswachen und Forstrettungspunkte. Diese Infos werden unter Datenschutzvorkehrungen eingepflegt und aufbereitet.

Wo steht der

nächste Hydrant?

Weil die App übersichtlich aufgebaut ist, lässt sie sich leicht bedienen und ohne Schulung erlernen. Nun kann je nach Situation in Sekundenschnelle auf Rettungspunkte, Kanalpläne, Hydrantenpläne, Gemarkungen, Kataster und Luftbilder zugegriffen werden.

Die Feuerwehrleute diskutierten am Abend des Vortrages den Einsatz der App rege. Die Veranstaltung wurde mit einer Führung durch das Feuerwehrmuseum beschlossen. Es ist das größte seiner Art in ganz Deutschland und führt durch die Geschichte der Feuerwehr. Viele schöne und gut erhaltene alte Feuerwehrautos sind zu sehen.

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