Waldkraiburg – Der Entwurf, den Planer Uwe Feickert vorstellte, sieht im Süden an der Staatsstraße zwei viergeschossige, 13 Meter hohe Mehrfamilienhäuser mit je 16 Wohnungen vor. In Richtung Norden folgen vier Dreispänner, ein Doppelhaus und ein Vierspänner, allesamt zweigeschossig mit einer Wandhöhe von maximal 6,80 Metern.
Mit dem Finkenweg gibt es bereits eine Erschließungsstraße. Die beidseitige Bebauung ist also insofern ein Beitrag zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Um ausreichend Platz für den zusätzlichen Verkehr zu haben und die Voraussetzungen für eine zukünftige, mögliche Erweiterung des Wohngebiets nach Westen zu schaffen (siehe großen Infokasten) soll der Finkenweg um zwei Meter verbreitert werden. Zusätzlich wird mit einer 17,5 Meter breiten Erschießung an der Kreuzung Finkenweg/Meisenweg die Option für eine Erweiterung des Wohnviertels nach Westen eröffnet.
1,2 Hektar Waldfläche muss für dieses Baugebiet gerodet werden. Eine ebenso große Ausgleichsfläche will der private Grundstückseigentümer durch eine Ersatzaufforstung in der Gemarkung Pürten nur wenige hundert Meter entfernt erreichen.
Dachgauben oder keine Dachgauben, das war die Frage
Strittig war im Ausschuss nur eine Frage: Sollen Dachgauben und Zwerchgiebel im Bebauungsplan ausgeschlossen werden? Um das Gesamtbild des Ortsteils und seiner weitgehend einheitlichen Dachlandschaft zu erhalten, hatte dies der Planer vorgeschlagen. Stadtrat Ulli Maier wollte von dieser Einschränkung nichts wissen. „Warum“, so seine Frage, „sollten wir Familien untersagen, zusätzlich 20 Quadratmeter Wohnraum zu schaffen?“
Carsten Schwunck, Leiter des Stadtentwicklungsabteilung, verwies auf die Folgen. Sobald auf der einen Seite der Straße diese Möglichkeit eröffnet werde, entstehen auch auf der anderen Seite weitere Wohneinheiten und weiterer Parkdruck. Schwunck: „Wir suchen Wohnraum, aber wollen wir das in diesem Bereich?“
Christoph Vetter überzeugte der Einwand nicht. „Wir sollten Gauben zulassen. Das sind sehr wertvolle Räume für Familien.“ Es gebe im Föhrenwinkel viele verschiedene Bauweisen, auch Fotovoltaik. „Lassen wir die Kirche doch im Dorf.“
Anton Sterr geht ein Verbot der Dachgauben vor allem deshalb zu weit, weil damit eine Festlegung für das gesamte Entwicklungsgebiet ertroffen wäre. „Wir sollten Wildwuchs vermeiden“, ergänzte er und sprach sich damit für einen Kompromissvorschlag des Planers aus.
Dieser besteht darin, dass Dachgauben und Zwerchgiebel ab einer Dachneigung von mindestens 30 Grad zugelassen werden. Auch der Abstand von First und Traufe wird festgelegt.
Zeitgleich mit dem Bebauungsplan, dessen Entwurf der Ausschuss einstimmig gebilligt und in das weitere Verfahren geschickt hat, steht die Änderung des Flächennutzungsplanes an. Das Areal ist bislang als „Fläche für Forstwirtschaft/Klimaschutzwald“ dargestellt und soll in ein „Allgemeines Wohngebiet“ umgewandelt werden.