50 neue Wohneinheiten im Föhrenwinkel

von Redaktion

Mit einer einstimmigen Billigung des Bebauungsplanentwurfs für den Bereich westlich des Finkenwegs hat der Stadtentwicklungsausschuss die Weichen für eine Bebauung dieses Areals gestellt. 50 neue Wohneinheiten, darunter Reihen- und Doppelhäuser könnten dort entstehen. Mit dieser Planung geht die Stadt nun in das weitere Verfahren.

Waldkraiburg – Der Entwurf, den Planer Uwe Feickert vorstellte, sieht im Süden an der Staatsstraße zwei viergeschossige, 13 Meter hohe Mehrfamilienhäuser mit je 16 Wohnungen vor. In Richtung Norden folgen vier Dreispänner, ein Doppelhaus und ein Vierspänner, allesamt zweigeschossig mit einer Wandhöhe von maximal 6,80 Metern.

Mit dem Finkenweg gibt es bereits eine Erschließungsstraße. Die beidseitige Bebauung ist also insofern ein Beitrag zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Um ausreichend Platz für den zusätzlichen Verkehr zu haben und die Voraussetzungen für eine zukünftige, mögliche Erweiterung des Wohngebiets nach Westen zu schaffen (siehe großen Infokasten) soll der Finkenweg um zwei Meter verbreitert werden. Zusätzlich wird mit einer 17,5 Meter breiten Erschießung an der Kreuzung Finkenweg/Meisenweg die Option für eine Erweiterung des Wohnviertels nach Westen eröffnet.

1,2 Hektar Waldfläche muss für dieses Baugebiet gerodet werden. Eine ebenso große Ausgleichsfläche will der private Grundstückseigentümer durch eine Ersatzaufforstung in der Gemarkung Pürten nur wenige hundert Meter entfernt erreichen.

Dachgauben oder keine Dachgauben, das war die Frage

Strittig war im Ausschuss nur eine Frage: Sollen Dachgauben und Zwerchgiebel im Bebauungsplan ausgeschlossen werden? Um das Gesamtbild des Ortsteils und seiner weitgehend einheitlichen Dachlandschaft zu erhalten, hatte dies der Planer vorgeschlagen. Stadtrat Ulli Maier wollte von dieser Einschränkung nichts wissen. „Warum“, so seine Frage, „sollten wir Familien untersagen, zusätzlich 20 Quadratmeter Wohnraum zu schaffen?“

Carsten Schwunck, Leiter des Stadtentwicklungsabteilung, verwies auf die Folgen. Sobald auf der einen Seite der Straße diese Möglichkeit eröffnet werde, entstehen auch auf der anderen Seite weitere Wohneinheiten und weiterer Parkdruck. Schwunck: „Wir suchen Wohnraum, aber wollen wir das in diesem Bereich?“

Christoph Vetter überzeugte der Einwand nicht. „Wir sollten Gauben zulassen. Das sind sehr wertvolle Räume für Familien.“ Es gebe im Föhrenwinkel viele verschiedene Bauweisen, auch Fotovoltaik. „Lassen wir die Kirche doch im Dorf.“

Anton Sterr geht ein Verbot der Dachgauben vor allem deshalb zu weit, weil damit eine Festlegung für das gesamte Entwicklungsgebiet ertroffen wäre. „Wir sollten Wildwuchs vermeiden“, ergänzte er und sprach sich damit für einen Kompromissvorschlag des Planers aus.

Dieser besteht darin, dass Dachgauben und Zwerchgiebel ab einer Dachneigung von mindestens 30 Grad zugelassen werden. Auch der Abstand von First und Traufe wird festgelegt.

Zeitgleich mit dem Bebauungsplan, dessen Entwurf der Ausschuss einstimmig gebilligt und in das weitere Verfahren geschickt hat, steht die Änderung des Flächennutzungsplanes an. Das Areal ist bislang als „Fläche für Forstwirtschaft/Klimaschutzwald“ dargestellt und soll in ein „Allgemeines Wohngebiet“ umgewandelt werden.

Die weitere Entwicklungsfläche

Mit der Fläche westlich des Finkenwegs, die jetzt in der Bauleitplanung ist, steigt die Stadt in die Entwicklung eines deutlich größeren Gebietes ein, das sich in Richtung Westen zur Staatsstraße 2091 anschließt. Das Areal entlang der Staatsstraße 2352 ist insgesamt 14 Hektar groß und derzeit Waldfläche.

Eine konkrete Planung für diesen Bereich gibt es natürlich noch nicht. Planer Uwe Feickert stellte im Ausschuss vorläufige Ideen und Überlegungen vor. Im Vordergrund steht dabei eine Wohnnutzung, an der Staatsstraße ist eine viergeschossige Bebauung denkbar, im hinteren Bereich eine hochwertige zweigeschossige Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern. Es geht laut Planer um eine Größenordnung von insgesamt 400 Wohneinheiten für etwa tausend Menschen.

Aufgrund der Größe des Areals hält es Feickert für angemessen, einen zentralen Platz/Treffpunkt in dem Viertel zu entwickeln. Eine mögliche Lösung für den Verkehr könnte eine Ringerschließung sein. Ein großes Problem stellt allerdings die Tatsache dar, dass zusätzlich zu der bestehenden Abfahrt von der Staatsstraße keine weitere vorgesehen ist. Das Straßenbauamt sieht das sehr kritisch. Eine verkehrliche Erschließung über nur eine Zufahrt hält Stadtrat Gerd Ruchlinski für ausgeschlossen. „So geht das nicht.“hg

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