„Gleichmäßiger Wuchs“

von Redaktion

Georg Mussner Worauf es beim Christbaum ankommt

Unterreit – Die Christbaumsaison ist eröffnet. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat dafür in der Gemeinde Unterreit eigenhändig einen Baum umgesägt (wie berichtet).

Das war aber nicht irgendein Baum, die Bedingungen mussten schon passen. Das tat es bei der Familie Mußner in Wimm 4 in der Gemeinde Unterreit. Dort, so berichtete Georg Mußner, führe man schon seit 1990 einen Biobetrieb und biete als zweites Standbein seit 35 Jahren Christbäume an.

Gepflanzt wird
auf einer Fläche von 20 Hektar

Mittlerweile habe man sich einen Namen gemacht, beliefere sieben Verkaufsstellen, pflanze seit sechs Jahren auf 20 Hektar alles selber an und bewege sich in Richtung Bio. Denn heuer habe man erstmals komplett auf Chemie verzichtet. Mittlerweile leite Schwiegertochter Stefanie Mußner die Christbaumsparte. Früher habe man Saisonarbeiter beschäftigt, „doch die wollten im Sommer nicht kommen, da war‘s denen zu heiß, dann ham‘ wir gesagt, dann braucht‘s im Winter auch ned kommen“, erklärte Georg Mußner auf seine pragmatische Art jetzt die Beschäftigung von Freunden und Bekannten, die teilweise dafür sogar Urlaub nehmen.

Bereits sechsmal hat sich der Betrieb Mußner um eine Auszeichnung auf der Internationalen Christbaumbörse bemüht, heuer hat es in Straßkirchen bei Straubing geklappt, als Gewinner beim Wettbewerb „Der schönste Christbaum Bayerns 2018“. 3000 Fachbesucher zieht das Ereignis regelmäßig an. Was war wichtig? Etwa „gleichmäßiger Wuchs und schöne Farbe“, weiß Georg Mußner. Ausgezeichnet wurde der schönste Christbaum Bayerns in der Kategorie „Nordmann“. Durch die Trockenheit hatte etwa das nördliche Europa vielmehr Ausfälle, hier liege das bei üblichen zehn Prozent, trotz weniger Regens, so Mußner.

Die Umwelt lag auch der Ministerin am Herzen. Sie hob die Wertschöpfung hervor, die kurzen Transportwege und sie verstand nicht, warum manche Menschen gerade daran sparen wollen. Vier Millionen Bäume werden im Freistaat verkauft, die meisten aus extra Kulturen mit der Nordmanntanne als beliebtesten Baum, der auf zwei Drittel kommt. Die Verbraucher sollten auf das Etikett „Bayerischer Christbaum“ achten, so ihr Appell. Selber schneiden, wie hier bei Mußner, sei „ein Familienerlebnis“, das sie nur jedem ans Herz legen könne. Die Trockenheit mit Klimawandel heuer mache sich absehbar erst bei den Setzlingen bemerkbar und damit in ein paar Jahren.

Sie bekannte, dass sie bisher selbst noch keinen Baum umgeschnitten hatte, ihr gelang das bei der Nordmanntanne problemlos. Sie hätte ihn auch mitnehmen können, doch mit Blick auf den Dienstwagen fragte sie „wohin damit?“ Sie kaufe aber ihren Baum auch stets bei sich in der Region, versicherte sie.

„Unser Gegner ist der Plastikbaum“, bekannte Thomas Emslander von den Bayerischen Christbaumanbauern, dem Ausrichter der Messe. Wer den Preis gewinnt, auf dessen Hof findet später auch die Christbaumeröffnung statt, wie hier bei Mußner, erklärte er, und lud vorsorglich die Ministerin schon für nächstes Jahr ein. Die Nordmanntanne, so Emslander, sei nahezu perfekt, einzig das Aroma fehle ihr, es könne sein, dass in den nächsten Jahren vielleicht ein anderer Baum das Rennen mache. Er legte Wert auf die Feststellung, dass man keine staatlichen Gelder bekomme „und auch keine will“.

Der langjährige Bürgermeister Gerhard Forstmeier erinnerte an die erste Zeit, viele hätten gesagt, „kann das gutgehen?“ Aber jetzt „kaufen die Einheimischen alle beim Mußner ein“, wusste er zu berichten – und gratulierte herzlich zur Auszeichnung.

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