Waldkraiburg und die Welt – Für das Rathaus vergibt der Stadtrat den Planungsauftrag. Der Grundriss liegt fest. 1600 Quadratmeter werden überbaut. Der umbaute Raum: 17000 Kubikmeter. 140 Stellplätze stehen in der Tiefgarage unter dem Rathaus zur Verfügung, die das Rathaus gemeinsam mit dem benachbarten Restaurant und Café nutzen soll.
Auf Wunsch der Stadt wird das Gebäude etwas tiefer gelegt, das Erdgeschoss ist nicht zwei Meter, sondern nur noch einen Meter über dem Straßenniveau. Der ursprünglich vorgesehene Ratskeller im Kellergeschoss könnte damit wegfallen.
Beschlossen wird auch der Ausbau des Waldbades. Schon im Herbst 1969 soll ein neues Sportbecken entstehen, heißt es.
Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 soll in der Stadt eine vierte Grundschule den Betrieb aufnehmen. Zum Sprengel einer neuen Hauptschule in Waldkraiburg-Süd gehört auch das Gebiet der Gemeinde Pürten. Das ist das Ergebnis von Gesprächen mit Landratsamt und Schulamt.
Landkreis feiert Richtfest für die neue Realschule
Die neue Realschule feiert Richtfest, ein gutes Jahr nach Baubeginn und 13 Jahre nachdem die erste Realschule im Landkreis, damals als Zweigstelle von Wasserburg, ihre Pforten geöffnet hatte. Mit der Verlagerung der Schule von der Dieselstraße nach Waldkraiburg-Süd ist die Realschule näher an den Bahnhof und damit auch näher an die zahlreichen Schüler aus Mühldorf und anderen Gemeinden gerückt.
Eine neue Eislaufbahn mit 1500 Quadratmetern Eisfläche legt der Bauhof auf dem Volksfestplatz an.
Das neue Altenheim der Arbeiterwohlfahrt kommt gut voran. Das Haus mit 120 Betten werde ein „Schmuckkästchen für alte Leute“, schreibt die Zeitung.
Einen Bedarf von über 650 Stellplätzen hat die Stadt für den Stadtplatz ermittelt, Rathaus, Läden, Büros und Gaststätten. Die meisten Autos werden in Tiefgaragen untergebracht. Die 120 oberirdischen Stellplätze für Kurzparker werden wohl meist vergiffen sein, so die Zeitung, die einen großen Parkdruck erwartet.
Turnhallenbau:Stadt baut zu billig – Staat will Zuschuss zurück
Den „Amtsschimmel“ sieht die Zeitung am Werk, weil das bayerische Kultus- und das Bundesinnenministerium Zuschüsse für die Turnhalle der Watzlik-Schule zurückfordern. Der Grund: Die Stadt hatte die Turnhalle zu billig gebaut und gegenüber den Vorausberechnungen (405000 Mark) rund 50000 Mark eingespart. Der Bund will den gesamten Zuschuss, 36400 Mark, zurück, der Freistaat die Hälfte seiner Förderung, 16800 Mark. Die Zeitung findet: „Ein zweischneidiges Schwert.“ Das fordere die Kommunen doch geradezu heraus, „die einmal bewilligten Beträge restlos zu verbuttern“. Dabei sollte doch eigentlich Sparsamkeit belohnt werden.
Mitten in der Stadt fährt ein Motorradfahrer aus Pürten in einen ausgebaggerten Kanalschacht. Sein Beifahrer wird mit Oberschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Die rote Warnlampe hatte nicht gebrannt, vermutlich weil ein Betrunkener sie ausgelöscht hatte.