Waldkraiburg und die Welt – Erstmals soll an Weihnachten 1968 ein Lokal in Waldkraiburg am Heiligen Abend durchgehend offen sein, damit alleinstehende Menschen nicht einsam diese stillste Zeit im Jahr verbringen müssen. Über diesen Beschluss der Mitglieder des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbands berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.
Sämtliche Gaststätten in der Stadt schlossen bis dahin am Heiligen Abend bereits am Nachmittag, einige machten erst gar nicht auf. Für den „diensthabenden Wirt“ soll am 24. Dezember die Sperrstunde aufgehoben werden, mindestens bis 3 Uhr nachts soll das Lokal geöffnet sein.
Waldkraiburg bekommt eine Marienkirche. Im Süden der Stadt, nicht weit von der Realschule, soll das Kirchengebäude samt Pfarrsaal, Jugendräumen und Pfarrhaus entstehen. Eine Teilung der Waldkraiburger Mammutpfarrei sei nicht geplant, sagt Stadtpfarer Haderstorfer, vielmehr eine Aufteilung in Seelsorgsbezirke mit einem Kaplan für die neue Marienkirche.
Eine besondere Nikolaus-Idee setzt der Betriebsrat des Gummiwerks Kraiburg um: Fünf Mitarbeiter besuchen als Nikolos verkleidet im ganzen Landkreis und darüber hinaus 110 Kinder der Betriebsangehörigen und beschenken sie.
Die neue Faschingsgesellschaft Bohemia-Bavaria geht nun doch mit einer Starthilfe an die Arbeit. Fast 1000 Mark, der Überschuss von einem Faschingszug einige Jahre zuvor, wird auf Drängen des Bürgermeisters der Faschingsgesellschaft übergeben. Die Bedingung: Das Geld muss für die Uniformen der Garde verwendet werden und die Kostüme in den Besitz der Stadt übergehen.
Post stöhnt unter Last der Pakete
Die Waldkraiburger Post stöhnt unter der Last der Pakete. Während die Briefträger durchschnittlich 300 bis 400 Pakete pro Tag in der Stadt ausliefern, sind es in der Vorweihnachtszeit 50 Prozent mehr. Und: Statt 300 bis 400 Paketen verlassen bis zu 800 Pakete pro Tag die Stadt.
1990 Gebäude und über 5700 Haushalte befinden sich in der Stadt. Das ist das Ergebnis einer Gebäudezählung.
Bundestagswahl: SPD-Kandidat aus dem Hut gezaubert
Einen SPD-Kandidaten für die Bundestagswahl 1969 im Wahlkreis Mühldorf-Wasserburg-Altötting hat Waldkraiburgs Bürgermeister Josef Kriegisch „aus dem Hut gezaubert“: Almar Reitzner, Chefredakteur eines Vertriebenenblattes will sich im Falle einer Wahl in Waldkraiburg niederlassen.
Der Kreistag vergibt den zweiten Bauabschnitt für die Realschule. Irritiert nehmen die Kreisräte zur Kenntnis, dass die Kosten die ursprüngliche Summe von 5,5 Millionen Mark um eine Million überschreiten. In der Diskussion stellt sich heraus, dass die Kosten für das Grundstück im Wert von 800000 Mark, das die Stad Waldkraiburg eingebracht hatte, in der ursprünglichen Summe nicht enthalten waren.
Die Grundstücksgesellschaft baut für 1,6 Millionen Mark in der Siemensstraße 48 neue Wohnungen für ältere Ehepaare und Alleinstehende.
In Suttgart entsteht das größte Wohnhochhaus der Bundesrepublik. 12000 Menschen könne in 22 Stockwerken wohnen.hg