Christine Marchner
Jugendsozialarbeiterin Förderschule
Waldkraiburg – Eine gelungene Symbiose von BNE und JAS (Bildung für nachhaltige Entwicklung und Jugendsozialarbeit) sei dieses Zusammenwirken geworden, dessen Ergebnis auch in einer anschaulichen Ausstellung präsentiert wurde.
Großes Lob für
junge Experten
Dass sich die Investitionen von Umweltministerium, Landkreis und Stadt Waldkraiburg gelohnt haben, betonte Landrat Georg Huber. „Ihr habt nicht nur mit Feuereifer Wurzeln ausgegraben und Bienenwaben abgedeckelt. Als Experten und Botschafter könnt Ihr nun Euer Wissen weitergeben“, lobte er die Schülerinnen und Schüler.
Bürgermeister Robert Pötzsch konnte daran anknüpfen, als er auf die Rohstoffvergeudung verwies, die allein durch Handys und Smartphones entstehe. „Ihr Schüler habt mit Eurer Aktion ein Zeichen gesetzt, das sich gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit wendet.“
Dies wurde mehr als deutlich, als die Achtklässler ihr Projekt „Meine Umwelt – tierisch interessant“ vorstellten. So machten sie deutlich, dass Wildbienen alte Bäume zum Nisten brauchen.
Schüler bringen die Stadt zum Blühen
Fledermäuse hatten sie bei Abendbeobachtungen ausfindig gemacht und für sie Kästen gebaut. Eine Blumenwiese hinter dem Schulgelände wird zusammen mit den 25000 Stadtzwiebeln Waldkraiburg zum Blühen bringen. Den Umgang mit Pferden hatten sie auf dem Reiterhof Wolfsberg kennengelernt und sogar die Patenschaft für das Schäfchen Josefine übernommen.
Möglich geworden war dies alles nur durch die hilfreiche Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern. War Georg Hauser mit Rat und Tat bei den Wildpflanzen behilflich, so bot die Familie Misthilger Unterstützung mit ihren Bienen und Schafen an, die Familie Gaulinger auf ihrem Pferdehof, Dr. Andreas Zahn bei der Fledermausaktion, Patrizia Weindl und Lucia Karrer mit ihrem „Wildlandprojekt“, Gerd Ruchlinski mit dem Bund Naturschutz und Christian Stöckl von der Waldkraiburger Stadtgärtnerei mit Blumenzwiebeln.
Geleitet und koordiniert wurde das gesamte Projekt von der Sozialpädagogin Christine Marchner, der Leiterin der Jugendsozialarbeit, am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Waldkraiburg. Sie konnte zurecht stolz sein auf ihre 15 Schülerinnen und Schüler, die anschließend von Jessica Schleinkofer von der Evangelischen Jugendsozialarbeit München, assistiert von Claudia Stein vom fördernden Umweltministerium, ihre Zertifikate in Empfang nahmen.
Als einsatzfreudig und bereit zu vielerlei Auskünften zeigten sie sich im Anschluss nach der Eröffnung der Ausstellung in den Räumen der Schule.
So lernten die Besucher, verschiedene Samen zuzuordnen, waren erstaunt über das stoffartige Aussehen eines Schmetterlingsflügels unter dem Mikroskop, erschnüffelten den Geruch von Orangen und Gewürznelken und konnten sich über Pferdepflege aufklären lassen.
„Für uns war dieses halbe Jahr rundherum wirklich tierisch interessant!“, so der abschließende Kommentar eines Schülers.