Tierisch interessantes Umweltprojekt

von Redaktion

„Mit einem solchen Paukenschlag könnte jede Woche anfangen“, so Schulleiter Burkhard Schröder von der Joseph-von-Eichendorff-Schule. Und damit meinte er nicht nur seine Bragada-Trommelgruppe, sondern vor allem den Grund des Zusammentreffens: die Vorstellung des Projektes „Meine Umwelt – tierisch interessant“ und die Übergabe der Zertifikate an die Schüler.

Christine Marchner

Jugendsozialarbeiterin Förderschule

Waldkraiburg – Eine gelungene Symbiose von BNE und JAS (Bildung für nachhaltige Entwicklung und Jugendsozialarbeit) sei dieses Zusammenwirken geworden, dessen Ergebnis auch in einer anschaulichen Ausstellung präsentiert wurde.

Großes Lob für

junge Experten

Dass sich die Investitionen von Umweltministerium, Landkreis und Stadt Waldkraiburg gelohnt haben, betonte Landrat Georg Huber. „Ihr habt nicht nur mit Feuereifer Wurzeln ausgegraben und Bienenwaben abgedeckelt. Als Experten und Botschafter könnt Ihr nun Euer Wissen weitergeben“, lobte er die Schülerinnen und Schüler.

Bürgermeister Robert Pötzsch konnte daran anknüpfen, als er auf die Rohstoffvergeudung verwies, die allein durch Handys und Smartphones entstehe. „Ihr Schüler habt mit Eurer Aktion ein Zeichen gesetzt, das sich gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit wendet.“

Dies wurde mehr als deutlich, als die Achtklässler ihr Projekt „Meine Umwelt – tierisch interessant“ vorstellten. So machten sie deutlich, dass Wildbienen alte Bäume zum Nisten brauchen.

Schüler bringen die Stadt zum Blühen

Fledermäuse hatten sie bei Abendbeobachtungen ausfindig gemacht und für sie Kästen gebaut. Eine Blumenwiese hinter dem Schulgelände wird zusammen mit den 25000 Stadtzwiebeln Waldkraiburg zum Blühen bringen. Den Umgang mit Pferden hatten sie auf dem Reiterhof Wolfsberg kennengelernt und sogar die Patenschaft für das Schäfchen Josefine übernommen.

Möglich geworden war dies alles nur durch die hilfreiche Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern. War Georg Hauser mit Rat und Tat bei den Wildpflanzen behilflich, so bot die Familie Misthilger Unterstützung mit ihren Bienen und Schafen an, die Familie Gaulinger auf ihrem Pferdehof, Dr. Andreas Zahn bei der Fledermausaktion, Patrizia Weindl und Lucia Karrer mit ihrem „Wildlandprojekt“, Gerd Ruchlinski mit dem Bund Naturschutz und Christian Stöckl von der Waldkraiburger Stadtgärtnerei mit Blumenzwiebeln.

Geleitet und koordiniert wurde das gesamte Projekt von der Sozialpädagogin Christine Marchner, der Leiterin der Jugendsozialarbeit, am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Waldkraiburg. Sie konnte zurecht stolz sein auf ihre 15 Schülerinnen und Schüler, die anschließend von Jessica Schleinkofer von der Evangelischen Jugendsozialarbeit München, assistiert von Claudia Stein vom fördernden Umweltministerium, ihre Zertifikate in Empfang nahmen.

Als einsatzfreudig und bereit zu vielerlei Auskünften zeigten sie sich im Anschluss nach der Eröffnung der Ausstellung in den Räumen der Schule.

So lernten die Besucher, verschiedene Samen zuzuordnen, waren erstaunt über das stoffartige Aussehen eines Schmetterlingsflügels unter dem Mikroskop, erschnüffelten den Geruch von Orangen und Gewürznelken und konnten sich über Pferdepflege aufklären lassen.

„Für uns war dieses halbe Jahr rundherum wirklich tierisch interessant!“, so der abschließende Kommentar eines Schülers.

„Wochenlang mit Begeisterung dabei“

Frau Marchner, Sie haben die Schüler bei diesem Projekt begleitet. Wie lange ist das Projekt gelaufen?

Wir waren von Mai bis November im Einsatz, ausgenommen der August. 15 Schülerinnen und Schüler aus den 8.Klassen beschäftigten sich damit. Dabei befassten wir uns intensiv mit dem Lebensraum Wiese und verschiedenen Tierarten.

Wie kamen Sie zu den 15 teilnehmenden Schülern?

Das Projekt wurde im Rahmen der Jugendsozialarbeit vorgestellt und spontan meldeten sich gleich genügend Schüler, die mithelfen wollten. Alle waren dann wochenlang mit Begeisterung dabei, mussten nie zu einer Aufgabe gedrängt werden, selbst bei großer sommerlicher Hitze. So manch einer opferte auch einiges von seiner Freizeit. Die meisten wollen weiterhin Verantwortung für die Umwelt übernehmen, und dabei werden wir sie tatkräftig unterstützen.fis

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