40 Jahre „Blitz-Polizist“

von Redaktion

Josef Streck geht in Rente – Gottwald übernimmt Ressort

Waldkraiburg – „Zweimal in meinem Leben wurde ich geblitzt“, räumt er lachend ein, „Verkehrspolizist“ Josef Streck. Beim ersten Mal war es sogar sein eigener Chef, der ihn, damals 20, bei einer Kontrolle rausgezogen hat. Zehn Mark hat ihn das gekostet, beim zweiten Vorfall hatte sich zumindest die Währung geändert. Ansonsten aber war er im Verkehr stets ein Vorbild.

Nun lässt er Jüngere ran und übergibt das Ressort „Mitarbeiter Verkehr“ in der Polizeiinspektion Waldkraiburg an Erich Gottwald, „seinen Lehrbuam“.

Nach 43 Jahren im Polizeidienst, davon 40 in Waldkraiburg, geht der bald 60-jährige Hauptkommissar zum 1. Februar in Rente.

Erich Gottwald, sein Nachfolger, ist seit 1993 Polizist und arbeitet seit 2006 in der Inspektion in Waldkraiburg. Hier gab es auch einige Bewerber für diesen Job, der begehrt sei. „Ich hab mich drum gerissen“, so Gottwald. Der 48-jährige Polizeioberkommissar habe sich schon immer für den Verkehrssektor interessiert.

Als Laserkoordinator liefen bisher schon die Fäden sämtlicher Einsätze der Laserpistolen bei ihm zusammen. „Das muss einer machen, sonst kann man keine vernünftigen Ergebnisse erwarten“, sagt PI-Chef Georg Deibl.

Gottwald wurde von Streck in das neue Aufgabengebiet eingearbeitet. „Als Verkehrspolizist hat man eine wichtige Außenwirkung und ist Ansprechpartner für die Zusammenarbeit mit den Behörden“, so Deibl weiter. „Man muss auch gut mit Kindern können, das ist wichtig für die Jugendverkehrserziehung“, ergänzt Streck.

Ein wichtiger Aspekt, um den Gottwald sich nun kümmern wird, ist die Verkehrsstatistik. Auch wenn es gewissermaßen eine „Fieselarbeit“ sei, sei es wichtig, die einzelnen Positionen der Unfallursachen ins System einzuspeisen.

„Dadurch können wir beispielsweise rauslesen, warum es einen bestimmten Unfallschwerpunkt gibt: weil hier alle links abbiegen und es keine Linksabbiegerspur gibt“, nennt Deibl als Beispiel.

Gottwald kennt die wichtigen verkehrsrelevanten Themen, die ihn in nächster Zeit begleiten werden. Dazu gehören die Straßensperrungen in der Stadt wegen des Ausbaus der Fernwärmeleitungen. Die Pürtner Kreuzung wird im Zuge des Umbaus auf seinem Schreibtisch landen, ebenso die Parksituation im gesamten Stadtgebiet und die Verkehrsüberwachung. Letztere, so Polizeichef Deibl, sei einer der wenigen Bereiche, in den die Polizei in Sachen Verkehr tatsächlich eingreifen könne. „Zu schnell fahren ist immer noch die Unfallursache Nummer eins“, so Deibl. Schmunzelnd ergänzt er, „der Erich ist unser Zauberlehrling. Schließlich ist professionelle Verkehrssicherheitsarbeit wie Zauberei“. Und passend zu Goethes Ballade sagt er feixend zu Gottwald, „die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los. Du kriegst jetzt alles auf den Tisch, was mit Verkehr zu tun hat. Und das ist viel Papier.“

Als Beweis zeigt er den dicken Schmöker der Verwaltungsvorschriften und etwa der Straßenverkehrsordnung mit sämtlichen Kommentaren. Die neue Bettlektüre für den Nachfolger. Der Fast-Ruheständler Streck kennt das alles sicher auswendig.

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