Wer hat an der Uhr gedreht?

von Redaktion

Waldkraiburger Wochenschau

Ist heuer wieder „Weihnachtslieder selber singen“ mit Ernst Schusser in Waldkraiburg? Die ersten Anfragen gingen kurz nach den Sommerferien in der Redaktion ein. Kein Witz! Die eingefleischte Fan-Gemeinde des Bezirksvolksmusikarchivs im Allgemeinen und der zwanglosen Zusammenkunft der lokalen Schusser-Chöre im Besonderen scheint immer größer zu werden. Wir kennen jedenfalls keine andere Veranstaltung, wo junge wie erwachsene Leute nicht nur freiwillig, sondern mit größter Leidenschaft und Freude gemeinsam singend den ganzen Tierpark rund ums Kripperl spielen.

Und deshalb heute an dieser Stelle noch einmal schriftlich, was wir seit den Sommerferien mehrfach mündlich versichert haben: Ja, wir singen wieder! Am nächsten Donnerstag, 13. Dezember, um 18 Uhr am Haus der Kultur!

Zum Jubilieren ist eine Nachricht, die auch das Haus der Kultur betrifft: Das Bildermuseum Peter Schmidt, das das Waldkraiburger Kulturzentrum ganz gewiss weiter aufwerten wird, lässt nicht mehr lange auf sich warten. Wenn alles läuft wie geplant, kann das Ausstellungsgebäude 2020 fertig sein.

Vorübergehend wird‘s dann zwar eng, dreckig und laut rund ums Kulturhaus, aber das kennen die Waldkraiburger ja von den vielen anderen Baustellen in der Stadt. Wer A sagt, muss halt auch B sagen. Wer was Neues, Größeres oder Schöneres haben will, muss ein paar Unannehmlichkeiten auf dem Weg dorthin akzeptieren.

Die Schützengilde hätte sich die Durststrecke sicherlich gerne gespart oder wenigstens doch abgekürzt: Seit dreieinhalb Jahren hat der Verein, Aushängeschild des Schützensports in der Region, kein Vereinsheim und keinen eigenen Schießstand mehr. Musste Asyl bei den Königlich Privilegierten in Kraiburg beantragen. Ein Jahr wird es wohl noch dauern, bis die Anlage im Keller des Eisstadions fertig ist.

Manche hatten schon an die Wand gemalt, der Verein könnte auseinanderfallen. Tatsächlich freut er sich im vierten Jahr des Exils über Zuwachs beim Nachwuchs. Wenn das nicht für die Gilde und ihre Führung spricht.

Weil wir schon in Kraiburg sind, ziehen wir ein paar Straßen weiter. Zum Ersten Haus des Marktes, Marktplatz 1. Frei nach Paulchen Panther wurde dort im kleinen Kreis die Frage aufgeworfen: „Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“ Weil einige Gemeinderäte der Meinung sind, dass auch Kommunalpolitiker ein Anrecht auf den besonders gesunden Schlaf vor Mitternacht haben, gleichzeitig aber das Gefühl, dass dieses Menschenrecht an Sitzungstagen nicht immer die gebotene Würdigung erfährt, wurde die Frage leidenschaftlich diskutiert.

Uns in Waldkraiburg hat nicht die Debatte an sich gewundert. Uns hat nur eins erstaunt: dass der Vorschlag auf eine strikte Begrenzung der Sitzungsdauer nicht von leidgeprüften Waldkraiburger Stadträten kam. Marathon können sie droben in der Stadt nämlich schon lange. Man denke nur an Waldbad- und Rathaus-Sanierung-oder-Neubau-Sitzungen.

Übrigens, das nur am Rande, für den Redakteur der Waldkraiburger Nachrichten hatte die Kraiburger Debatte ein Nachspiel. „Wer hat an der Uhr gedreht?“ Mit eben dieser lästigen Frage wurde er von seinem engsten häuslichen Umfeld konfrontiert. Am Morgen nach dem Fotoshooting, als der Meister der Improvisation für ein Symbolbild zum Zeitungsbericht vorübergehend einen Wecker vom heimischen Nachttisch zweckentfremdet hatte.

War es das Herumgeschraube an den Zeigern oder der Kälteschock, dem die Batterie ausgesetzt war? Das Gerät verweigerte jedenfalls am Morgen darauf seinen Dienst. Und auf die Südostbayernbahn ist halt auch kein Verlass mehr: Der Frühzug von Ampfing nach München hatte ausgerechnet an diesem Tag keine Verspätung. Hans Grundner

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