Gars – Schon beim Versenken der Zeitkapseln anlässlich der 1250-Jahr-Feierlichkeiten in Gars (wir berichteten), engagierten sich die Schüler des Hauswirtschaftsunterrichts und übernahmen Verpflegung der Gäste.
Nun war es an der Zeit zu entscheiden, was mit dem Reinerlös geschehen sollte und auch hier war man sich schnell einig. Mit extra im Unterricht hergestellten Gebäck ging es in die Tages- und Wohnstätte. Die Bewohnern freuten sich über das Gebäck, die Leitung des Hauses über die beim Projekt Zeitkapseln erwirtschafteten Gesamteinnahmen. Wie sehr sich die Bewohner über die nette Abwechslung und, dass gerade ihnen der Erlös zugedacht wurde freuten, zeigte sich bei einer ausführlichen Führung durch das Haus. Souverän übernahm das ein junger Bewohner. Im Detail stellte sich die Leitung des Hauses den erfreulich vielen Fragen der Besucherinnen, die überraschend gut auf ihren Besuch vorbereitet waren. Sie wollten wissen, ob denn die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung auch über heute beinahe unerlässliche Annehmlichkeiten wie Handy, Playstation und Co. verfügen. „Wie zu Hause!“ wurde festgestellt, denn sie erfuhren, dass den Bewohnern diese Mittel natürlich zur Verfügung stehen, aber darauf geachtet wird, dass diese nicht zum Mittelpunkt werden.
So stehen Handys während der Schulzeit und über Nacht nicht zur Verfügung und auch die virtuelle Welt von Playstation und Co. nehmen im Haus keine zentrale Rolle ein. Dort haben die Kinder und Jugendlichen, je nach ihren Möglichkeiten, gewisse Dienste im Bereich der Hauswirtschaft zu verrichten, sie kümmern sich um ihre Zimmer und nach den schulischen Pflichten haben sie viel Freiraum für Unternehmungen in der häuslichen Gemeinschaft.
Einige Bewohner gewährten Einblicke in ihre Zimmer. Hatte man Gruppenschlafräume oder ähnliches vielleicht erwartet, wurde man von sehr freundlich und wohnlich eingerichteten Einzelzimmern, die auch als Rückzugsraum dienen können, überrascht. Wie zu Hause eben, wobei die besichtigten Zimmer möglicherweise ein klein wenig ordentlicher als die eigenen „Buden“ zu Hause gewesen sein dürften.
In der Freizeit Volkstanz und Schuhplatteln? Auch das ist in der Einrichtung beinahe an der Tagesordnung und kommt nicht etwa als Pflichtstunde zur bayerischen Tradition daher. Ein von diesem Brauchtum begeisterter Bewohner führte spontan sein Können vor und die Besucherinnen erfuhren, dass dieser Mitbewohner sogar unterrichtet, in jedem Fall aber bei seinen Aufführungen zu den verschiedensten Anlässen alle Blicke begeistert auf sich zu ziehen versteht.
So manche Vorstellung solcher Einrichtungen dürften sich grundlegend geändert haben. Bei einer abschließenden Fragerunde stellte sich schnell heraus, dass einige der Schülerinnen ihre berufliche Zukunft im Bereich der Kinderpflege und Erziehung sehen.
Ohne dass es Absicht gewesen wäre, die Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe haben den Leitgedanken des Festjahres „wir sind Gars mit allem was dazugehört“ zum Ausklang des Festjahres nochmals deutlich in den Mittelpunkt gestellt.
Buchvorstellung heute beendet das Festjahr
Am heutigen Samstag schließt die Vorstellung eines Lesebuches in der Turnhalle des Gymnasiums Gars das Festjahr ab. Das Buch ist eine Rückschau auf das Festjahr und auf die vergangenen 50 Jahre, über kirchliche, weltliche Ereignisse und Personen mit bisher unveröffentlichten Bildern und Texten. Beginn ist um 19. 30 Uhr, für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. re