Der Faschingsauftakt ist der Waldburgia prima gelungen – kein Wunder bei dem glamourösen Prinzenpaar mit seiner schlagkräftigen Entourage, den Boxing Brothers. Während die Kraft-Brüder muskelgestählt in Shorts zur Show beim Inthronisationsball ein bisserl boxten und die Damenherzen höher schlagen ließen, ihre Handschuhe für den guten Zweck zugunsten von Sterntaler zur Verfügung stellten, wirbelte der dritte Bruder, Prinz Termet, im schnieken Anzug seine Prinzessin Chantal elegant übers Parkett. Auch das Kinderprinzenpaar Julia und Marc legte am Tag darauf gleich nach mit einem tollen Ball. Die kleinen und jungen Tänzer des TSC Weißblau begeisterten mit ihren vielseitigen Auftritten. Heute stehen sie beim Kinder- und Jugend-Tanzfestival des TSC Weißblau schon wieder im Scheinwerferlicht. Um den tanzenden Nachwuchs in dieser Stadt muss sich nun wirklich niemand Sorgen machen.
A propos Sorgen. Die machte sich die Britin Anne Grabbe sehr wohl – wegen des Brexits. Seit 47 Jahren lebt sie in Deutschland, ist mit einem Deutschen verheiratet. Und nun, im Alter von 72 Jahren machte sie den Einbürgerungstest. Zu unsicher war ihr, was mit den Briten im Ausland passiert, wenn Großbritannien die EU verlässt. Für den deutschen Pass musste Grabbe einen Sprachtest machen – obwohl sie 20 Jahre Sprachdozentin für Englisch bei der VHS war und man ihr dort ein entsprechendes Niveau bescheinigt hatte. Es half alles nichts. Doch die Britin war sehr nachsichtig mit den deutschen Behörden. Schließlich könnte es sehr gut sein, dass die Bürokratie in ihrem Herkunftsland noch viel schlimmer ist, wie sie augenzwinkernd beim Interview sagte.
Sorgen machte ihr auch die Prüfungssituation. „Das ist ja schlimmer als Schule. Ich hab mich hingesetzt und gebebt, so aufgeregt war ich.“ Verständlich. Dennoch. Sehr souverän hat sie den Test und das ganze Drumherum gepackt. Sie beweist, dass Alter nur eine Zahl ist.
Ob Andy Plucinsky das nach diesem Wochenende auch so sieht? Weniger sind es die Sorgenfalten als die Augenringe, die der 46-jährige Profi-Barkeeper versucht, mit Make-up-Tricks seiner Frau wieder in den Griff zu kriegen. Nach dem Neujahrsempfang in der Staatskanzlei mit 1400 Gästen gestern Abend, steht er heute mit seinem Team schon wieder bei der Hotel- und Gaststätten Messe in Nürnberg, um seine Kreationen der „Gin & Tonic Apotheker Bar“ zu präsentieren. Er selbst mixt sich als Feierabenddrink am ehesten eine Gin Tonic Variation – obwohl er vermutlich hunderte andere Cocktails zaubern könnte. Der Hype um den klassischen Longdrink mit Wacholderschnaps ist ungebrochen.
Einen wieder aufflammenden Hype erlebt gerade die VfL-Handballsparte. Jetzt, wo wieder WM dahoam ist, ist der Ansturm groß. Das Team um Fritz Stamp ist gut vorbereitet, auch wenn langsam die Trainer ausgehen. Aber abgewiesen wird hier niemand. Wer Handball liebt, ist in Waldkraiburg goldrichtig. Wie auch der kleine Matteo Waldmann, der seine eigene Geburtstagsparty sausen lässt, weil das Training in der F-Jugend vorgeht. Von so viel Motivation könnten sich die Fußballprofis wie Ribery und Co. was abgucken. „Zu reich, zu fett und zu faul“ – dieses Problem gibt es unter Profi-Handballern nicht.Andrea Klemm