Waldkraiburg – Lange Zeit war das City-Hotel der einzige Beherbergungsbetrieb im Stadtgebiet. Trotz mehrerer Initiativen scheiterten jahrelang alle Versuche, weitere Bettenkapazitäten in der Stadt zu schaffen. Zuletzt ist allerdings Bewegung in dieses Thema gekommen. Nach der Eröffnung des Hotels „Centrale“ am Stadtplatz vor zwei Jahren ging bei der Stadt nun eine weitere Anfrage für ein Hotelprojekt ein.
Die Verwaltung steht diesem Vorhaben positiv gegenüber, wie Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, in der Sitzung ausführte. Denn die bestehenden Hotels sind nach seinen Worten „sehr ausgelastet. Es gibt noch Bedarf.“
Die Investoren wollen auf einem Grundstück in der Berliner Straße ein Gebäude mit Hotelnutzung errichten. Es handelt sich um das ehemalige Tankstellengelände, das derzeit als provisorischer Parkplatz genutzt wird. Dieses Grundstück wollen die Eigentümer mit einem viergeschossigen Gebäude bebauen. Im Gespräch ist ein Hotelbetrieb mit 33 Doppelzimmern, zwölf Einzel- und drei Familienzimmern. Dabei geht es laut Schwunck nicht um hochpreisige Zimmer, sondern um einen Betrieb mit Online-Buchung, ständiger Möglichkeit, sich einzuchecken und Frühstück. Dies sei auch für Geschäftsleute interessant.
Der Bebauungsplan sieht in diesem Bereich eine zwei- bis viergeschossige Bebauung mit Wohn- und Geschäftsnutzung vor. Dies widerspreche den Ergebnissen des ISEK-Prozesses, die eine Konzentration der Geschäftsflächen in der Stadtmitte vorsehen.
Detailfragen sind allerdings noch zu klären. Da geht es insbesondere um die erforderlichen Stellplätze, die gemäß der geltenden Stellplatzsatzung auf dem Baugrundstück nachzuweisen sind, in einer Tiefgarage, beziehungsweise unter dem Gebäude. Sämtliche Planungskosten hat der Grundstückseigentümer zu übernehmen beziehungsweise der Stadt zu erstatten.
Die Verwaltung wurde beauftragt, das entsprechende Bauleitplanverfahren einzuleiten. Ziel der Planung ist es, in diesem Bereich ein Sondergebiet „Hotel“ auszuweisen, um die Bebauung zu ermöglichen.
Damit wäre auch eine andere Nutzung, etwa für ein Pflege- oder Altenheim, ausgeschlossen, stellte Schwunck auf Anfrage von CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr klar.