WohnenundGewerbe anPrießnitzstraße

von Redaktion

Flächen für Wohnbebauung und Gewerbe sind rar in Waldkraiburg. Deshalb setzt die Stadt auf Verdichtung und will eines der wenigen noch freien Areale westlich und östlich der Prießnitzstraße entwickeln. Wegen der Nähe zu Volksfestplatz, Fachmärkten und Feuerwehr ist das besonders im Hinblick auf den Lärmschutz ein schwieriges Unterfangen.

Waldkraiburg – Die Notwendigkeit, diese Flächen zu entwickeln, steht für Bürgermeister Robert Pötzsch wie für die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses außer Frage. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ausschuss deshalb beschlossen, ein Bauleitverfahren einzuleiten, um ein Wohn-, Misch-, beziehungsweise Gewerbegebiet für diese Flächen auszuweisen. Naturschutzrechtliche, vor allem aber immissionsschutzrechtliche Belange sind dabei zu prüfen.

Lärmschutz ist große Herausforderung

Auf der Grundlage einer schalltechnischen Untersuchung eines Fachbüros hat der Planer nun zwei mögliche Bebauungsvarianten entwickelt, die Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, in der Sitzung vorstellte. Beiden Varianten ist gemeinsam, dass das Grundstück westlich der Prießnitzstraße ausschließlich einer Gewerbenutzung vorbehalten bleibt. Dabei müsse es sich um „ruhiges Gewerbe, nicht störende Betriebe“ und Büronutzung handeln, so Schwunck, der Gespräche mit potenziellen Interessenten ankündigte.

Ein zehn Meter langer Gebäuderiegel oder Wall schirmt die künftige Bebauung vom Festplatz ab. Dieser ist selbst dann notwendig, wenn die Bebauung weiter vom Festplatz wegrückt. Ohne diesen Riegel, das stellte Schwunck klar, wäre eine Entwicklung des gesamten Areals, also auch der Wohnbebauung östlich der Prießnitzstraße, aus Lärmschutzgründen nicht möglich. In Richtung Lidl-Markt, der bis 22 Uhr beliefert werden darf, soll eine acht Meter hohe Wand oder Gebäude diese Schutzfunktion übernehmen. Zur bestehenden Bebauung entlang der Max-Planck-Straße fällt die Wandhöhe von acht auf sechs bis acht Meter ab.

Im Gebiet östlich der Straße soll ein allgemeines Wohngebiet mit Doppel-, Einzel- und Reihenhäusern beziehungsweise ein Mischgebiet entstehen. Eine Planungsvariante sieht vor, diese Wohnbebauung durch ein L-förmiges, acht Meter hohes Bürogebäude vom Feuerwehrzentrum abzuschirmen. Eine zweite Variante setzt auf einen acht Meter hohen Lärmschutzwall zum Feuerwehrgelände hin. Daran schließt entlang der Straße ein acht Meter hohes Gebäude an, das den Übergang von Gewerbe zu Wohnen markiert und lärmschützende Funktion hat.

Zweite Variante ist der Favorit

Diese zweite Variante wurde im Ausschuss einhellig favorisiert. UWG-Sprecher Frieder Vielsack sieht durch die erste Variante (Bürogebäude) die Übungstätigkeit der Feuerwehr eingeschränkt, die das Wasser in der Regel in den Wald abspritzt. CSU-Sprecher Anton Sterr überzeugt die „charmanteste und lockere Bebauung“. Nördlich der Daimlerstraße gebe es keine Flächen mehr für kleinere Gewerbebetriebe. Er sieht in dem Gewerbegebiet westlich der Prießnitzstraße die Chance, eventuell einen Gewerbehof zu entwickeln. Ulli Maier schlug vor, den zehn Meter hohen Wall zum Festplatz zuerst umzusetzen und gegebenenfalls in Vorleistung zu gehen, um Voraussetzungen für die Entwicklung im hinteren Bereich zu schaffen. Auch Andreas Knoll hält die Variante II für „wesentlich gefälliger“, weil das Wohngebiet nicht noch mal von einem Bürogebäude geprägt werde. Und Gerd Ruchlinski sieht im Schutzwall den wirksameren Schallschutz und einen gewissen Ersatz für den Wald, der dort entfernt werden muss. Für den Gebäuderiegel am Festplatz brachte der Umweltreferent das viel zitierte Forschungszentrum ins Gespräch. „Damit sparen wir uns den Wall.“

CSU: Volksfestplatz

ist tabu

Anton Sterr stellte klar, dass die CSU-Fraktion den Umgriff des Bebauungsplanes auf die Flächen beiderseits der Prießnitzstraße begrenzen will. Keinesfalls dürfe der Festplatz Bestandteil sein. Sterr wörtlich: „Wehret den Anfängen!“ Es habe bereits Diskussionen gegeben, auch diesen Platz zu überplanen. „Wir müssen den Volksfestplatz schützen.“

Harald Jungbauer wies darauf hin, die Zufahrt von der Prießnitzstraße, die als Rettungsweg zum Volksfest genutzt wird, in den Planungen zu berücksichtigen.

Eine Zufahrt sei grundsätzlich möglich, aber noch nicht im Detail überplant, so Carsten Schwunck, der dies mit dem frühen Stadium der Planung begründete.

Und Bürgermeister Pötzsch erklärte, dass der Volksfestplatz nicht Bestandteil der Planungen sei. Ein Teil der Wohnwagen, die zum Festzelt gehören, müssten künftig im Rahmen des Volksfestes anders gestellt werden. Keine Aussichten auf Realisierung hat der Vorschlag von Christoph Vetter, auf dem Wall zur Volksfestseite hin eine Tribüne für Veranstaltungen anzubringen. Aus Lärmschutzgründen sei die Zahl der Veranstaltungen auf dem Platz beschränkt, so der Bürgermeister.

Artikel 4 von 11