EHC zieht die Notbremse

von Redaktion

Es geht rund in den sozialen Netzwerken. Die Fanseele kocht wegen des schlechten Saisonverlaufs. Spieler und Vorstand des EHC Waldkraiburg stehen in der Kritik. Jetzt hat sich die Führung des Eishockey-Oberligisten in einer Stellungnahme vor die Mannschaft gestellt und erklärt: „Die Saison samt Spielbetrieb ist gesichert.“

Waldkraiburg – „Zum Glück geht es nicht in die Insolvenz“, sagt Stefan Reinold, der das Waldkraiburger Eishockey seit Jahrzehnten verfolgt. „Das wäre das Schlimmste, wenn der EHC wieder ganz unten anfangen müsste.“

Der Verein ist ein gebranntes Kind. Bis heute hängen dem Image des Clubs die Pleiten der 1980er- und 1990er-Jahre nach. Auch damals waren sportliche Höhenflüge, bis in die Zweite Liga, im wirtschaftlichen und sportlichen Desaster zu Ende gegangen.

Diesmal hat der Vorstand um Wolfgang Klose die Notbremse gezogen, um dieses Szenario zu verhindern. Um Kosten zu senken, mussten die Löwen Spieler ziehen lassen. Mit dem Abgang von Leistungsträgern wurde die Mannschaft zuletzt natürlich deutlich schwächer und immer weniger wettbewerbsfähig.

Bereits Ende November habe man den auswärtigen Spielern und den Kontingentspielern mitgeteilt, dass der Verein die Verträge auflösen müsse, da sie nicht mehr finanzierbar seien. Teile des Teamrates hätten sich damals ebenfalls bereit erklärt, ihre Verträge aufzulösen, „um nicht den Verein komplett in Schieflage zu bringen“. So die Stellungnahme der Vereinsführung, die sich ausdrücklich hinter die Mannschaft stellt, die mit Beschimpfungen in der Freizeit und in den sozialen Netzwerken konfrontiert werde (siehe Infokasten).

Die Vorstandschaft weist die Kritik zurück: Die Mannschaft habe trotz der großen Unruhe versucht, die Stimmung aufrechtzuerhalten. Alle, auch die externen Spieler „haben bis zum Schluss bedingungslos durchgezogen und wirklich versucht, die Ziele noch zu erreichen“. Zuletzt sei das Team der Meisterrunde und dem Klassenerhalt noch nahegekommen. „Nur irgendwann war es nicht mehr möglich.“ Auswärtigen Spielern wie Petr Gulda und Damian Martin, die sogar noch zwei Spiele der Abstiegsrunde absolvierten, bescheinigt die „Löwen“-Führung „Charakter. Sie haben ihre Verträge mit Bravour erfüllt.“

Die Vorstandschaft wirbt um Unterstützung für die dezimierte Mannschaft, die in den nächsten 15 Spielen für den EHC die Verzahnungsrunde bestreitet. Wegen der Abgänge gehe dieses Team „nicht als Favorit in die Partien gegen die Bayernligisten“. Die aktuellen Spieler im Kader hätten „ihre Bereitschaft signalisiert, zu bleiben und sich voll in den Dienst der Mannschaft und des Klubs zu stellen und für Fans, Freunde und Sponsoren des EHC ihr Bestes zu geben“. Auch das neue Trainergespann, Alex und Sergej Piskunov nehmen sie in Schutz. „Das sind gute Jungs, die immer ihr Bestes geben.“

Die Vereinsführung, die seit Langem erfolglos auf der Suche nach einem Großsponsor ist, räumt Fehler ein. Bei der Saisonplanung im Sommer sei man „ein gewisses Risiko“ bei der Kalkulation des Zuschauerschnitts eingegangen, um besser als in den beiden Vorjahren abzuschneiden. Mit tausend Fans pro Heimspiel, dem Zuschauerschnitt der Aufstiegssaison, wollte man die auswärtigen Spieler finanzieren. „Dieses Risiko ist leider nicht belohnt worden.“

Artikel 4 von 11