Waldkraiburg und die Welt – Im Jahr 1968 ist mehr als ein Drittel des gesamten Bauvolumens im Landkreis Mühldorf auf Vorhaben in der Stadt Waldkraiburg entfallen. Das geht aus einer Bilanz des Landkreises hervor, über die die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren berichtet.
Über ein Drittel des Bauvolumens im Kreis entfällt auf die Stadt
67,6 Millionen Mark flossen demnach 1968 in öffentliche und private Bauvorhaben. Zwölf Prozent davon entfielen auf Mühldorf, fast dreimal so viel auf Waldkraiburg, vier Prozent auf Neumarkt, fünf auf Ampfing.
Zur Jahreswende befanden sich in Waldkraiburg 500 Wohnungen im Bau. Der Bauausschuss hatte allein in der Sitzung nach den Sommerferien, einer von insgesamt 13 Sitzungen im Jahr 1968, über 80 Bauprojekte in der Stadt zu behandeln. In der ersten Bauausschusssitzung des Jahres 1969 sind es „nur“ 30 Baugesuche.
Ist dieses rasante Wachstum Waldkraiburgs noch gesund für den Landkreis und die anderen Gemeinden? Diese Frage wirft ein Landbürgermeister aus dem nördlichen Landkreis in einer CSU-Versammlung auf. Landtagsabgeordneter Valentin Dasch beantwortet sie mit einem klaren Ja, schränkt allerdings ein: Das enorme Tempo dieser Entwicklung sei ein Problem. Er mahnt zur Vorsicht und betont zugleich: Die Industriestadt habe zum Aufstieg des Landkreises beigetragen. Je besser sich der Landkreis auf die Entwicklung der jungen Stadt einstelle, umso mehr werde er davon profitieren.
Es ist der zweite Anlauf, einen Tennisclub in Waldkraiburg zu gründen. Und wieder scheitert er, weil sich in der Versammlung im Januar 1969 von 20 Tennisfreunden keine Vorstandschaft findet.
Gekriselt hatte es schon länger: Vor 50 Jahren ziehen die Mitglieder des Patenschaftshilfswerks für Indien, das seinen Sitz in Waldkraiburg hat, nur ein halbes Jahr nach der Gründung den Schlussstrich und lösen den Verein wieder auf. Im Vorstand hatte es unüberwindbare Konflikte über die Verwendung von Spendengeldern gegeben.
Kind überlebt Sturz aus drittem Stock
Vom Balkon einer Wohnung im dritten Stock eines Hauses in der Böhmerwaldstraße stürzt ein zweijähriges Mädchen – und überlebt.
Die Gaudi kennt keine Grenzen, bei der Winter-Erstbesteigung des höchsten Berges des Waldkraiburger Stadtparks durch eine Expeditionsmannschaft der Faschingsgesellschaft Bohemia Bavaria. Die Erstbesteiger des „Monte Bavaria“ werden vom Volk „stürmisch gefeiert“, heißt es dazu im Zeitungsbericht.
„Papierzeitalter“
geht bald zu Ende
Einen Blick in die Zukunft werfen Mitglieder und Gäste der Industriegemeinschaft Waldkraiburg bei einem Vortragsabend mit einem Vertreter der Siemenswerke Traunreut. Dessen Prognose: In absehbarer Zeit gehe das „Papierzeitalter“ in Verwaltungen zu Ende, 25 Prozent der Arbeit im Büro werde von Maschinen erledigt, sogar in der medizinischen Diagnose würden Computer eingesetzt.
Eugen Gerstenmaier (CDU) kündigt nach über 14 Jahren seinen Rücktritt vom Amt des Bundestagspräsidenten an. Gerstenmaier, der dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus angehörte, war wegen der Inanspruchnahme von zu hohen Wiedergutmachungsleistungen in die Kritik geraten. Kein Bundestagspräsident war länger im Amt.
Die Krise beim 1. FC Nürnberg setzt sich auch nach der Winterpause. Der Titelverteidiger behält in der Bundesliga die rote Laterne und ist nach einem mageren 2:2 gegen den Vorletzten Kickers Offenbach weiter akut absteigsbedroht. Gleichzeitig verliert Tabellenführer FC Bayern das Derby gegen 1860 mit 0:2.