Waldkraiburg – Mehrere Hundert Einsatzkräfte der Polizei haben am gestrigen Mittwoch in der Früh eine groß angelegte Kontrollaktion in der Anker-Dependance für Asylbewerber in Waldkraiburg durchgeführt. Als Ziel der Maßnahme nannte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, das den Einsatz leitete, den polizeibekannten „Störenfrieden“ wie den unauffälligen Bewohnern der Unterkunft zu vermitteln, dass die Polizei nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Unterkunft für Sicherheit sorge.
Die Bilanz des Einsatzes: Die überwiegende Zahl der Bewohner der Waldkraiburger Dependance des Ankerzentrums Oberbayern, unter denen sich auch Familien mit Kindern befinden, ist polizeilich unauffällig. Der Einsatz verlief ohne Zwischenfälle.
In der Unterkunfts-Dependance in Waldkraiburg war es im vergangenen Jahr mehrfach zu größeren Ausschreitungen und teilweise gravierenden Sicherheitsstörungen gekommen (wir berichteten). Seit einer ähnlichen Kontrollaktion Ende März 2018 hat die Polizei in und um die Einrichtung 92 Straftaten zur Anzeige gebracht.
Im Juni vergangenen Jahres war es zu tumultartigen Ausschreitungen in der Dependance gekommen. Danach ermittelte die Kriminalpolizei auch wegen versuchter Tötungsdelikte. Ein weiterer öffentlichkeitswirksamer Zwischenfall geschah nur drei Monate später im September. Im Innenstadtbereich von Waldkraiburg kam es zu einer Auseinandersetzung unter mehreren Asylbewerbern verschiedener Nationalitäten. Die Polizei musste die Streitenden trennen. Strafverfahren gegen 15 an der Schlägerei beteiligten Personen, wegen teilweise erheblicher Delikte, wurden geführt.
Am Mittwochmorgen erfolgte nun mit Unterstützungskräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie weiteren Dienststellen des Polizeipräsidiums eine weitere präventive Begehung der Gemeinschaftsunterkunft. In dem siebenstöckigen Gebäude im Neisseweg leben derzeit an die 350 Menschen. Diese hohe Anzahl von Bewohnern sowie die besonderen baulichen Gegebenheiten der Großunterkunft machten laut Präsidium den Einsatz von rund 400 Beamtinnen und Beamten erforderlich. Auch Vertreter der Regierung von Oberbayern waren bei dem Einsatz vor Ort.
Wie das Polizeipräsidium weiter mitteilt, soll mit derartigen Einsätzen frühzeitig und nachhaltig verhindert werden, dass sich Brennpunkte bilden oder Situationen verfestigen, die ein problemfreies Zusammenleben innerhalb und außerhalb der Unterkunft unnötig erschweren.
MdL Marcel Huber begrüßte die präventive Maßnahme in einer Stellungnahme ausdrücklich. Großangelegte Kontrollen dieser Art führen aus seiner Sicht dazu, das Haus zu befrieden. Sie sollten in den Unterkünften in Oberbayern zur Regel werden, so Huber.
Sehr zufrieden zeigte sich Polizeirat Dominic Fischer, der den Einsatz leitete: „Die Kontrollen aller anwesenden Bewohner und der Räumlichkeiten konnten sehr zügig und ohne nennenswerte Zwischenfälle innerhalb von nur zwei Stunden abgearbeitet werden.“ Es seien nur ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und ein Widerstand gegen die eingesetzten Beamten registriert worden, so Fischer. „Außerdem wurde eine Person festgenommen, die zur Fahndung ausgeschrieben war.“re