Pramors Rezept

Riesenfreude über Rekordhuchen

von Redaktion

Gerd Pramor aus Kraiburg musste 67 Jahre alt werden, bis der Fang seines Lebens an der Angel hing: ein Prachthuchen, 1,28 Meter lang und 21 Kilo schwer. „Geschlagene 20 Minuten kämpfte ich mit ihm, bis ich ihn endlich an Land gezogen bekam“, erzählt der leidenschaftliche Angler stolz.

Kraiburg/Mühldorf – Es war an einem seiner Lieblingsangelplätze am Inn bei Mühldorf. Am Abend – gegen 17 Uhr – packte Gerd Pramor, der vor einigen Jahren aus Norddeutschland zuzog, seine Ausrüstung auf einer Sandbank aus und bestückte den Haken einer Angel mit einem Wurm, die andere mit einer 13-Zentimeter- Laube.

Kaum eine Stunde später ging es dann richtig los: Ein Fisch biss an. Zuerst nur ein leichtes Zupfen, doch bald wurde klar, da hängt ein besonderes Exemplar an der 2,70-Meter-Feederrute. „Mit einem Kescher hätte ich den Fang niemals aus dem Wasser bekommen. Geschlagene 20 Minuten kämpfte ich mit ihm, bis ich ihn endlich an Land gezogen hatte.“ Ein Schritt ins kalte Wasser und der richtige Griff zwischen die Kiemen machten es möglich, ihn an Land zu bekommen. Hilfe hatte er keine.

Erst nachdem er den Fisch aus dem Inn gezogen hatte, verständigte er seinen Angelkollegen, der ihm beim Abtransport des schuppigen Riesen half. Ein Rekordfisch: 21 Kilo Gewicht, verteilt auf 1,28 Meter.

„So weit ich weiß, ist in den letzten zehn Jahren kein Fisch in dieser Größe oder mit diesem Gewicht in unserer Region gefangen worden“, sagt Theo Winkler, Zweiter Vorsitzender des Angelsportvereins Mühldorf, in dem der Kraiburger Mitglied ist. Während der Huchen in vielen Flüssen vom Aussterben bedroht sei, sei der Bestand im Inn noch recht gut, so Winkler, der das Tier auf ein Alter von etwa zehn Jahren schätzt. In mehr als 60 Jahren aktivem Angelsport ist dieser Fisch der längste, den Gerd Pramor je gefangen hat. Der schwerste Fang seines Lebens war allerdings ein Karpfen mit einem stattlichen Gewicht von 24,4 Kilogramm. Vor vielen Jahren hat er ihn in einem Fluss in Norddeutschland gefangen. Genießbar war der Karpfen nicht mehr.

Als fünfjähriger Bub begeisterte sich Pramor in seiner norddeutschen Heimat schon fürs Angeln. 2013 zog es ihn der Liebe wegen nach Kraiburg. Dem Angeln blieb er auch in Bayern treu.

Der leidenschaftliche Angler fängt am liebsten Aale, Welse und Karpfen. Im Sommer zieht es ihn mindestens drei- bis viermal die Woche an die heimischen Gewässer. Im Winter fischt er etwa zweimal die Woche. „Man muss natürlich ganz besonders auf die Schonzeiten und Schonmaße der Fische achten. Beim Huchen liegt das Schonmaß bei 80 Zentimetern“, erklärt er.

Dass seine Fangerfolge auch den Gaumen erfreuen sollen, ist für Pramor selbstverständlich. Der Huchen, das ist sicher, wird geräuchert (siehe Rezept). „Jetzt wird er erst einmal zerlegt und eingefroren.“ Im Frühjahr gibt es dann ein Festessen. „Dazu lade ich meine vier besten Angelfreunde ein. Da werden wir es uns so richtig gut gehen lassen.“

So wird der Huchen zur Delikatesse

Und so macht Gerd Pramor aus dem Huchen ein leckeres Fischgericht: Den Fisch in viele kleine Stücke zerlegen, für etwa zwei Stunden in eine spezielle Salzlauge geben; danach Stücke aufspießen, die Spieße in den Räucherofen hängen und bei offenem Feuer trocknen. Wenn der Fisch trocken ist, die Türen des Ofens schließen; etwa 20 bis 25 Minuten bei 70 Grad Hitze räuchern. Der Huchen wird über Buchenholzfeuer zubereitet, auf das zusätzlich Buchenspäne gestreut werden. Bis der Fisch verzehrfertig ist, muss er insgesamt etwa zwei Stunden im Ofen bleiben. Am besten schmeckt er, wenn er noch warm ist.kme

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