Waldkraiburg – Er kennt Waldkraiburg fast wie seine Westentasche, und deshalb ärgert es Stadtarchivar Konrad Kern, dass er eine besonders schöne und typische Waldkraiburger Ansicht aus den 1950er-Jahren trotz intensiver Recherchen bisher nicht zuordnen kann.
Seine letzte Hoffnung: die Heimatzeitung, das heißt, ihre Leserinnen und Leser. Vielleicht wissen sie, wo das Foto mit einer typischen Straßenansicht aus der Frühzeit Waldkraiburgs entstand?
So sahen die ersten Siedlungen in der jungen Vertriebenengemeinde aus, die im Jahr 1950 gegründet worden war: Kleine Häuschen mit Spalier und frisch gepflanzten Obstbäumchen, viel Wald drum herum, davor Gartensäulen, eine Straße, die nicht ausgebaut ist und nach einer Betonpiste aus der Zeit des Rüstungswerks aussieht. Der Stadtarchivar: „Mich interessiert brennend, welcher Straßenzug das ist.“
Sicher ist nur Folgendes: Die Ansichtskarte wurde verschickt, das Jahr 1958 ist auf dem Stempel schwach zu lesen. Und sie stammt aus dem Ansichtskartenverlag des Fotografen Karl Streer (siehe Infokasten), von dem das Stadtarchiv viele Waldkraiburger Motive im Fundus hat. Unter anderem hat Streer 1961 im Auftrag der Stadt alle Bunker aus der Zeit des Pulverwerks, die sich damals noch im Stadtgebiet befanden, fotografiert.hg