Eröffnung

Neue Akzente in der Migrationsarbeit

von Redaktion

Neue Wege geht die Caritas in Waldkraiburg: Im März öffnet im ehemaligen Pfarrhaus Maria Schutz ein Haus der Begegnung und Beratung für Geflüchtete, sozial bedürftige und ehrenamtlich engagierte Bürger. Der „Treffpunkt Miteinand“ ist Name und Programm zugleich.

Waldkraiburg – Die landesgeförderte Integrationsberatung ist mittlerweile vollständig im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes. Die Caritas behält eine Stelle in der Migrationsberatung, die vom Bund gefördert wird und je zur Hälfte in Mühldorf (Robert Lauxen) und Waldkraiburg (Eva Gärtner) angesiedelt ist. Die 24-Jährige, die grade ihr Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen hat, hat ihr Büro künftig im Pfarrhaus Maria Schutz, das die Caritas von der Kirchenstiftung angemietet hat. Es ist dort Teil einer größeren Einheit. Weitere Dienste des katholischen Sozialverbands ziehen dort ein, die Mitarbeiter der sozialen Beratung sowie der Schuldnerberatung. Am Standort in der Kopernikusstraße bleibt die Fachambulanz für Suchtkranke (siehe auch Infokasten „Die Caritas in Waldkraiburg“).

Qualifizierte Beratungsangebote und Begegnungsmöglichkeiten unter einem Dach – auf dieses Konzept baut die Caritas. „Wir wollen neue Akzente in der Migrationsarbeit setzen“, sagt Kreisgeschäftsführer Richard Stefke. Zielgruppe des „Treffpunkt Miteinand“ sind nicht nur Flüchtlinge, sondern alle Menschen mit Migrationshintergrund. „Wir folgen damit der Geschichte Waldkraiburgs.“ Seine Hoffnung ist, dass der Treffpunkt auch Einheimische anzieht. „Denn das ist der entscheidende Punkt, dass die Menschen sich kennenlernen, dass sie erfahren, wie der andere tickt.“ Damit Integration gelingen könne, „sind die Aufnehmenden ebenso gefordert wie die Menschen, die dazu kommen.“

Ausdrücklich tritt der Kreisgeschäftsführer in diesem Zusammenhang Mutmaßungen entgegen, der „Treffpunkt“ könnte zu einer Außenstelle der Anker-Dependance werden. Der Fokus liege auf Integrationsarbeit. Die Menschen in der Anker-Einrichtung hätten aber eine sehr geringe Bleibeperspektive. Erste Zielgruppe seien aber die Menschen in den Asylunterkünften in Waldkraiburg, die anerkannt sind und eine Bleibeperspektive haben, die „hier integriert werden sollen“.

Insgesamt sechs Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit werden künftig im Treffpunkt tätig sein, vier in der Beratung, zwei im Begegnungsbereich. In den offenen Sprechstunden wird es um die alltäglichen Themen gehen, mit denen Migranten konfrontiert sind, um Behördenkontakte und Schriftverkehr, um Sprachbarrieren, Arbeitssuche, um die schwierige Wohnungssuche, Probleme mit Vermietern und Handyverträgen,

In der Beratungsarbeit wird deutlich werden, welche Projekte und Angebote im Begegnungsbereich sinnvoll und notwendig sind. Im Erdgeschoss steht dafür ein eigener Raum zur Verfügung, eine Küche und der Garten.

Migrationsberaterin Eva Gärtner, die das Projekt aufbaut, setzt da vor allem auf ehrenamtliche Helfer, die mitarbeiten wollen: „Die Besucher der Beratungsangebote sollen ja nicht unter sich bleiben.“

Die Caritas bemüht sich um Partner, die sich mit Ideen und Engagement in den Begegnungsbereich einbringen; Stefke denkt an die Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Asyl, an die Pfarrgemeinde, die benachbarten Schulen, die Fachhochschule, die katholische Jugendstelle und Jugendverbände und -gruppen.

Ziel ist es, einen organisierten offenen Betrieb aufzubauen, wo es Kaffee und Kuchen gibt und Unterhaltung und Gespräche möglich sind. An Projekten ist vieles denkbar, vom Koch- und Bastelkurs über Sprachkurse bis hin zu Hausaufgaben-Betreuung und Angeboten zur Freizeitgestaltung.

Das Projekt „Treffpunkt Miteinand“ ist zunächst auf drei Jahre befristet. Es wird mit staatlichen und Landkreismitteln gefördert. Für den Begegnungsbereich, nicht für das Beratungspersonal, stellt die Aktion Mensch einen hohen Zuschuss zur Verfügung, insgesamt fast 200000 Euro.

Gottesdienst und Einweihung

In der Woche nach den Faschingsferien nimmt der „Treffpunkt Miteinand“ im ehemaligen Pfarrhaus von Maria Schutz, Franz-Liszt-Straße die Arbeit auf. Offiziell eröffnet wird das soziale Beratungs- und Begegnungszentrum für Migranten und Einheimische am Sonntag, 17. März. Um 10.15 Uhr ist ein Gottesdienst mit Pater Bernhard Stiegler in der Pfarrkirche, danach – ab 11.30 Uhr – eine Feierstunde im Treffpunkt. Interessierte Bürger können sich gerne über den Treffpunkt informieren, ab 12.15 Uhr ist Gelegenheit, sich die Räume an zu schauen und mit Mitarbeitern zu sprechen.hg

„Mittelfristig brauchen wir ein neues Caritas-Zentrum“

Mit dem „Treffpunkt Miteinand“ im ehemaligen Pfarrhaus Maria Schutz ist ein weiterer Standort der Caritas in Waldkraiburg hinzugekommen. Die Migrationsberatung, die soziale Beratung und die Schuldnerberatung sind dort beheimatet. Im ehemaligen Schwesternhaus in der Kopernikusstraße verbleibt noch die Fachambulanz für Suchtberatung. Im Bischof-Neumann-Haus in der Karlsbader Straße sind unverändert die Sozialstation und die Erziehungsberatung.

Bemühungen, die einzelnen Dienste und Angebote an einem Ort zusammen zu führen, blieben bislang erfolglos. Ein Projekt gemeinsam mit der Stadtbau GmbH in der Nähe des alten Bahnhofs ist vor wenigen Monaten gescheitert (wir berichteten).

Eine Zentralisierung aller Dienste in Mühldorf schließt der Kreisgeschäftsführer aus. Am Standort Waldkraiburg will Stefke nicht rütteln. „Mittelfristig brauchen wir ein neues Caritas-Zentrum in Waldkraiburg.“hg

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