Taxler rettet Fahrgast

von Redaktion

Fahrer ist Sanitäter – Rettungskette hat gut funktioniert

Waldkraiburg/Kraiburg – „Ich bin immer im Dienst“, sagt der taxifahrende Sanitäter aus Waldkraiburg, der am Donnerstagnachmittag einen Fahrgast in Kraiburg durch Erste-Hilfe-Maßnahmen gerettet hat. Er unterliege der Schweigepflicht, was den Mann angeht, der am Ende der Geschichte mit dem Rettungshubschrauber nach Traunstein ins Krankenhaus geflogen werden musste.

Der 51-jährige Taxler ist ausgebildeter Notfallsanitäter; seit 30 Jahren jobbt er nebenher für das Waldkraiburger Taxiunternehmen. Weil es ihm Spaß macht und er sich etwas dazu verdienen kann, wie er auf Nachfrage erklärt.

Zum Glück war er am Donnerstag im Dienst. Ein Geschäftsreisender bestellte ihn als Fahrer nach Kraiburg an den Marktplatz. Als er am vereinbarten Treffpunkt, am Hotel des Hardthauses, ankam, musste er feststellen, dass sein Fahrgast mit Nasenbluten auf der Treppe saß und nicht ansprechbar war, wie die Polizei in ihrer Pressemitteilung schreibt.

Der Taxifahrer wusste sofort, was zu tun ist, brachte den Mann in die stabile Seitenlage. Eine Passantin, eine Krankenschwester aus Haag, unterstützte augenblicklich die Erste-Hilfe-Maßnahmen.

„Fünf Minuten nachdem wir den Notruf abgesetzt hatten, war der Notarzt da. 20 Minuten später der Hubschrauber. Die Rettungskette hat vorbildlich funktioniert“, berichtet der Taxifahrer.

Er hatte an diesem Tag Geburtstag. „Für mich war es ein schönes Geschenk, dass alles so gut geklappt hat mit den Kollegen – von der Notärztin, der Rettungsleitstelle und der Hubschrauberbesatzung bis hin zur Krankenschwester aus Haag, die zufällig dazu kam.“ Der Patient wurde im Sanka stabilisiert und dann mit dem Helikopter abtransportiert.

Natürlich sei es von Vorteil, dass er sich zu helfen wisse, sagt der Taxi-Sanitäter. Innerhalb eines Jahres habe er nun den zweiten Vorfall dieser Art, wo er einem Fahrgast Erste Hilfe leistete. Beim letzten Mal hatte er mit einem Betrunkenen zu tun, der nicht mehr ansprechbar war und sogar intensivmedizinisch betreut werden musste. Wie es seinem Gast vom Donnerstag geht, weiß er nicht. Er hoffe das Beste.

Die Polizei Waldkraiburg bestätigt, dass es sich um einen medizinischen Vorfall handelte. „Anfangs sah es dramatisch aus“, so Franz Lohr, stellvertretender PI-Leiter. „Uns wurde eine verletzte Person gemeldet, die stark blutete. Inzwischen wissen wir, dass die Ursache keine Körperverletzung oder eine andere Straftat war.“

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