Waldkraiburg und die Welt – Soll das „Haus Sudetenland“ seinen Namen ändern? Die Sudetendeutsche Landsmannschaft und der Kreisvorstand der Vertriebenen machen sich für die Benennung „Haus Sudetenland – Europahaus“ stark. Darüber berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.
Die lokalen Vertriebenenfunktionäre begründen ihren Antrag damit, dass sich die Jugendbildungs- und Begegnungsstätte, die in zehn Jahren zu einer wichtigen Institution geworden war, längst zu einer Stätte europäischer Begegnung entwickelt habe. Die Namensänderung liege nicht zuletzt im Interesse der exportorientierten Waldkraiburger Industriebetriebe.
Durch die geplante Ansiedlung von Werken der Firma Netzsch und der Kleiderfabrik „Primus“ im neuen Industriegebeit sollen zusätzlich 800 Arbeitsplätze in Waldkraiburg entstehen.
Riesenärger beim Bund der Berliner
Beim Bund der Berliner ist Schluss mit lustig: Weil der Kassier und Geschäftsführer eigenmächtig, ohne Rücksprache mit dem Vorstand, über Überschüsse aus Veranstaltungen verfügt hat, muss er zurücktreten, obwohl er das Geld nicht in die eigene Tasche gesteckt hat. Vorstand Rudolf Bencker stellt die Vertrauensfrage und wird mit einer deutlichen Mehrheit von der Mitgliederversammlung gestärkt. Walter Hofrichter wird neuer Geschäftsführer und Kassier. Der ehemalige Kassier wehrt sich in einem Leserbrief und kritisiert seinerseits den Vorstand, der habe über alle Ausgaben Bescheid gewusst.
Die Arbeiten am Stadtpark gehen voran. Jetzt ist auch ein Standort für die rund tausend Quadratmeter große Wasserfläche gefunden.
Keine Gedenkstätte für KZ-Häftlinge
Auch ein Kriegerdenkmal soll im Stadtpark aufgestellt werden. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bürgermeister Josef Kriegisch und Fritz Wei-nacht, Sprecher der Soldaten- und Kriegerkameradschaft. Die Zeitung führt das Denkmal als „Ehrenmal für die Toten der beiden Weltkriege und der Opfer der Vertreibung sowie für die in den Konzentrationslagern Gestorbenen“. Tags darauf folgt eine Korrektur, der Weinacht veranlasst hat: Das Ehrenmal diene als Gedenkstätte für die Opfer des Krieges und der Vertreibung, nicht aber für KZ-Häftlinge.
Der neue Saal der Keglergaststätte Zappe lockt die Besucher in Massen an: Über 1200 Menschen drängen sich beim Ball der Egerländer Gmoi.
Bis aus Niederbayern kommen Wirte und Hoteliers zum Gastronomen- und Musikerball nach Waldkraiburg. Ambros Seelos ist der Star des Abends im Zappe-Saal.
Die neue Faschingsgesellschaft Bohemia Bavaria zieht alle Register mit einer Veranstaltung, die gleichermaßen Kappenabend und Galaball ist, Nach Mitternacht wird dann die Tanzfläche für alle Besucher frei gegeben.
Waldkraiburger wählt Bundespräsidenten
Der Waldkraiburger Landtagsabgeordnete Josef Ruttmann ist einer von 35 Wahlmännern und -frauen, die die bayerische SPD in die Wahlversammlung schickt, die in Berlin den neuen Bundespräsidenten wählt.
Der RSV Mößling gewinnt die erste Kreis-Fußball-Hallenmeisterschaft, die die Waldkraiburger „Löwen“ mit 20 Teams ausrichten.
Todessturz bei der Rodel-WM: Bei den Rennen in Königssee schießt der polnische Meister aus der Kunsteisbahn und prallt gegen einen Baum.hg